Pferdespaß
When Horses Are Saddled For Love (Wenn Pferde für die Liebe gesattelt werden)

Das heutige Pferdegedicht ist ein recht gewagtes, das William Ogilvie, ein schottischer Balladendichter und Pferdeliebhaber, 1898 geschrieben hat.
When Horses Are Saddled For Love (Wenn Pferde für die Liebe gesattelt werden)
Die Sattelsklaven der Liebe sind wir,
die wir bei Sonne und Mond aufsitzen,
ganz gleich, welche Jahreszeit es ist,
solange es nur bald geschieht!
Das goldene und das graue Licht
haben gesehen, wie die Gurte angezogen wurden
für die Liebe, die das Tageslicht beherrscht,
das Dunkel, die Dämmerung und den Morgen.
Welch Hufschlag auf dem Kies!
Welche Eile, bei der Liebe zu sein!
Welch Reißen an der Trense!
Welch Zerren, Kopf an Knie!
Nun schneller noch und schneller!
Der weiße Mond lacht von oben:
Er weiß, wir haben keinen Herrn
außer dem Herrn der Liebe.
Der untere Weg folgt dem Fluss,
der obere Weg säumt den Hügel –
kein Weg ist so kurz, dass wir nicht immer
einen noch kürzeren fänden;
und wenn die Fluten blindlings strömen,
wo die Liebe, nicht das Leben, auf dem Spiel steht,
ist Frau Fortuna uns gnädig gesinnt
und reicht uns die Hände hinüber.
Der Buschwind weht uns entgegen,
als ob er verstünde;
der Hopfenbusch streckt uns zum Gruß
hundert greifende Hände entgegen;
kein Vogel, der uns nicht
im Hain ein Willkommen singt:
Sie wissen, dass die Liebe uns herführt –
und alle Welt liebt die Liebe!
Ob der Himmel leuchtet oder bleiern ist,
lange Meilen bringen kein Bedauern.
Und wenn die weißen Sporen sich röten,
vergessen es unsere Pferde bald:
So wirf das Gebiss hin und her, meine Schöne!
Und bedecke die Zügel mit Schaum;
es sind zehn Mondmeilen bis zur Pflicht.
Und zehn weitere Morgenmeilen nach Hause!
Lichter schimmern auf der Veranda;
Lampen blitzen über den Rasen;
doch sanft sind die Schatten dort drüben,
wo die Zügel fest angezogen sind.
Dort draußen glitzert der Tau;
die Blätter regen sich kaum,
so genau lauscht der Nachtwind
jedem geflüsterten Wort!
Der Mond sinkt dem Morgen entgegen;
die Lampen brennen nur noch schwach,
unsere verspätete Liebe verschmähend . . .
„Ein Kuss noch, bevor ich gehe!“
Nun langsam durch das Sternenlicht . . .
langsam, langsam, träumend davon . . .
bis im Osten das ferne Licht aufleuchtet,
das den anbrechenden Tag anführt.
Fast schon sexy
Für jemanden, der oft recht düstere Gedichte über die Vergänglichkeit schreibt, haben diese gereimten Verse einen ausgesprochen frechen Einschlag. Vielleicht ist das Reiten hier eine Metapher für etwas anderes? Wenn Ihnen das gefallen hat, mögen Sie vielleicht auch The Man From Snowy River.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen