Pferdespaß
The Riding of the Rebel (Der Ritt auf dem Rebellen)

Das heutige Pferdegedicht ist ein spannendes Erzählgedicht, das William Ogilvie, ein schottischer Balladendichter und Pferdeliebhaber, 1898 geschrieben hat.
The Riding of the Rebel (Der Ritt auf dem Rebellen)
Er war der Verwalter von Red Creek, ein treuer Mann, auf den man baute,
der nie die Schulter vom Rad nahm, wenn es Arbeit gab;
den ganzen Tag ritt er das Land ab, und wenn die Lichter schwanden,
wartete die liebste Frau, die je geliebt hat, und hielt nach ihm Ausschau.
Sie brachte ihm als Mitgift goldenes Haar und lachende blaue Augen,
ein tapferes Herz und eine geschickte Zügelhand, um durch den Mulga-Busch zu lenken;
und wenn die Herde weit und breit aus den Box-Ebenen zusammengetrieben wurde,
ritt sie am liebsten die wildesten Jungpferde, die sonst keiner reiten wollte.
Einst geschah es, dass ein eigensinniges Ross, halb angeritten und grob gebrochen,
die Berührung ihrer sanften Hand und ihre noch sanfteren Worte verschmähte,
und, nach vorn stürzend wie ein Schiff in den Herbststürmen,
stieg es, verlor den Halt und fiel rücklings auf die Zaunlatten.
Ihr Mann beugte sich über sie, kaltes Entsetzen im Herzen –
still lag die Gestalt, die er so sehr liebte, die bleichen Lippen öffneten sich nicht;
den ganzen Tag lag sie wie in Trance, doch als die Sterne herablächelten,
hörte er leise seinen Namen geflüstert und wusste, sie war noch immer sein.
Danach sprach er seine Angst aus: „Herzliebste, wenn du stürbest!…
Solange du deine Befehle von keinem anderen Mann als mir empfängst,
wirst du nie wieder einen Zügel berühren, nie wieder ein Pferd besteigen,
bis der Outlaw von Glenidol zum zahmen Damenpferd gebrochen ist!“
Es gibt einen Outlaw auf Glenidol, bekannt im ganzen Westen,
drei Männerleben gehen auf sein Konto, kühne Reiter der besten Sorte;
die Burschen der Station hörten den Spott, der weit und breit die Runde machte,
und schleuderten die Herausforderung zurück: „Kommt und zeigt uns, wie man reitet!“
Kommt alle her, ihr fröhlichen Reiter, deren Ehre es zu wahren gilt!
Wir haben die Hügel abgesucht, und der Rebell steht im Pferch,
sein offenes Maul, sein stampfender Huf und sein scharfes, Feuer sprühendes Auge
zeigen das Temperament seiner Mutter und den Mut seines Vaters.
Kommt alle her, ihr fröhlichen Reiter, aus Hütte, Lager und Stadt!
Ihr müsst kleben wie Pflaster, wenn die Pferchlatten fallen.
Doch der Boss wird sich großzügig zeigen, wie es der Boss zu tun pflegt,
gegenüber dem Ersten, der den Rebellen mit Sporen und Rohlederpeitsche heimbringt.
Und die Viehtreiber hörten die Herausforderung vom Cooper bis zum Bree
und ritten aus Hütten und Viehlagern herbei, zu einem, zu zweit und zu dritt,
um ihre Reiterehre rein zu halten und die Rolle des Helden zu spielen,
um die kühnen Burschen von Glenidol zu schlagen und dem Rebellen das Herz zu brechen.
Und Ruddy Neil, der Bereiter, kam aus der Riverina herüber
mit der neuesten Ausrüstung zum Einreiten und all den Kniffen, die er kannte,
doch ehe der Sattel saß, bevor ein Gurt angezogen war,
spaltete ihm der Vorderhuf des Rebellen den Schädel – im Morgengrauen begruben sie ihn!
Marora Mick, das Halbblut, kam vom Flinders River,
um den Burschen südlich der Grenze eine Lektion in diesem Spiel zu erteilen;
doch er bekam einen schelmischen Empfang, als er New South Wales betrat,
denn der Rebell malte mit seinem Blut und seinem Hirn die Pferchlatten an!
Und Mulga Jack kam von der Seite von Yuinburra herüber –
das Pferd sei nie geboren worden, so heißt es, das Mulga nicht reiten konnte;
mit einem Maul so hart wie das Herz eines Geizhalses und einem Willen wie der des Teufels
stürmte der Rebell auf die Stony Range zu, mit dem Mann, der sich nicht abwerfen ließ;
der Rebell stürmte auf die Stony Range zu, wo Ebene und Buschland sich treffen,
und das tote Geäst krachte an seinem Schulterblatt, die Steine sprangen unter seinen Hufen,
und die zerfransten Stämme der Gidgee-Bäume schnitten und rissen, als sie vorbeistürmten…
Und Jack lag kalt im goldenen Abendlicht – er hatte endlich seinen Meister gefunden.
Und wieder erscholl die Herausforderung, umso bitterer vor Hohn,
und es sprachen die kühnen Burschen von Glenidol, die Jacken vom Mulga zerrissen:
„Eine Woche lang haben wir ihn gejagt und sind schnell und hart geritten,
um euch allen noch eine Chance zu geben – der Rebell steht im Pferch!“
Und die Viehtreiber hörten die Herausforderung vom Cooper bis zum Bree;
doch „Ich werde alt!“, „Ich werde steif!“ oder „Ich habe eine Frau, verstehst du!“
wurde zur Grenze hinübergeflüstert; und das Pferd, das sie nicht zähmen konnten,
hatte Glenidol vor der Schande bewahrt und einen befleckten Namen reingewaschen.
Doch ehe die rot glühende Sonne unterging und die Nacht über die Hügel hereinbrach,
ritt ein fremder Jüngling an die Gattertür, band sein Pferd an und sprach
sanft und leise, doch nicht so leise, dass nicht jeder Mann dort es hörte:
„Ich bin gekommen, um es mit eurem Outlaw aufzunehmen“ – und er sah aus, als würde er Wort halten.
Er zäumte den Rebellen im schwindenden Licht, sattelte das junge Pferd und zog
die Riemen seines Geschirrs doppelt fest an und prüfte, ob die „Länge“ stimmte.
Er stieg auf den Rebellen und gab das Zeichen, und die klappernden Latten fielen,
und der Outlaw sprang zum offenen Tor hinaus in die braunen Schatten;
doch er beruhigte sich bei der besänftigenden Stimme und der Berührung der streichelnden Hand,
die der Biegung seines gewölbten Halses vom Widerrist bis zum Stirnriemen folgte;
seine Flanken waren nass vom frischen Schweiß, seine Schultern mit Schaum bedeckt,
und er gab im Zügel nach und spielte mit dem Gebiss, als er im Galopp heimkam.
Und die Burschen waren stumm vor Staunen und saßen nur da, und der Verwalter von Red Creek
sprang als Erster vom Pferchzaun und jubelte ihm herzlich zu.
Zur Antwort hob er den Hut, und das goldene Haar flatterte frei!
Und die blauen Augen leuchteten vor Lachen, als sie fröhlich rief:
„Du kannst mir meinen Zügel herunterreichen, gib mir Gurte und Sattel zurück, denn der Outlaw von Glenidol ist ein gebrochenes Damenpferd!“
Spannend für ein Gedicht
Bücher und Filme haben uns alle schon bewegt, aber Gedichte berühren mich nur selten. Ogilvies Werk ist reich an Details und Beschreibungen und gibt einem fast das Gefühl, selbst dabei zu sein. Wenn Sie etwas Kürzeres suchen, gefällt Ihnen vielleicht The Horse Would Run For No Reason.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen