Pferde in der Kunst
A Horse’s Tale, Kapitel 15 – General Alison an Mrs. Drake, die Frau des Obersts

Vom Mann, der uns Huckleberry Finn geschenkt hat: Mark Twains Geschichte über das Pferd von Buffalo Bill wurde geschrieben, um auf die Sinnlosigkeit des Stierkampfs aufmerksam zu machen.
Teil II
Kapitel XV General Alison an Mrs. Drake, die Frau des Obersts
Um nun dorthin zurückzukehren, wo ich war, und Ihnen den Rest zu erzählen. Wir werden nie erfahren, wie sie dorthin gekommen ist; es gibt keine Erklärung dafür. Sie hielt immer Ausschau nach schwarzen, glänzenden und feurigen Pferden – hielt Ausschau, hoffte, verzweifelte, hoffte wieder; immer nahm sie die Verfolgung auf und blies ihr Signal, auf die geringste Aussicht auf eine Antwort hin, und brach sich über die Enttäuschung das Herz; immer erkundigte sie sich, immer interessierte sie sich für Verkaufsställe und Pferdeansammlungen überhaupt. Wie sie dorthin gelangte, muss ein Rätsel bleiben.
An der Stelle, die ich in einem vorhergehenden Absatz dieses Berichts erreicht hatte, war die Lage folgende: Zwei Pferde lagen im Sterben; der Stier hatte seine Peiniger für den Augenblick zerstreut und stand rasend, keuchend da und scharrte den Staub in Wolken über seinen Rücken, als der Mann, der verwundet worden war, auf einem frischen Pferd in die Arena zurückkehrte, einem armen Wrack mit verbundenen Augen, das in seiner Haltung dennoch etwas ironisch Militärisches hatte – und im nächsten Augenblick hatte der Stier es aufgeschlitzt, und seine Eingeweide schleiften über den Boden: und der Stier griff seinen Schwarm von Plagegeistern wieder an. Da schallte ein Hornsignal durch die Luft, das mir das Blut gefrieren ließ – „Ich bin es, Soldier – komm!“ Ich drehte mich um; Cathy flog durch die dicht gedrängte Menge hinab; sie setzte mit einem Sprung über die Brüstung und eilte auf jenes reiterlose Pferd zu, das dem vertrauten Klang entgegentaumelte; doch seine Kraft versagte, und es brach zu ihren Füßen zusammen, während sie es mit Küssen überhäufte und schluchzte, und das ganze Haus erhob sich wie ein Mann, weiß vor Entsetzen! Bevor Hilfe sie erreichen konnte, war der Stier wieder da –
Sie kam in diesem Leben nie wieder zu Bewusstsein. Wir trugen sie nach Hause, ganz zerschunden und blutüberströmt, knieten bei ihr nieder und lauschten ihren gebrochenen, wirren Worten und beteten für ihre scheidende Seele, und es gab keinen Trost – und wird nie einen geben, glaube ich. Aber sie war glücklich, denn sie war weit fort unter einem anderen Himmel und wieder bei ihren Rangers und ihren Tierfreunden und den Soldaten. Ihre Namen kamen sanft und zärtlich über ihre Lippen, einer nach dem anderen, mit Pausen dazwischen. Sie hatte keine Schmerzen, sondern lag mit geschlossenen Augen da und murmelte abwesend vor sich hin wie jemand, der träumt. Manchmal lächelte sie, ohne etwas zu sagen; manchmal lächelte sie, wenn sie einen Namen aussprach – etwa Shekels oder BB oder Potter. Manchmal war sie in ihrem Fort und erteilte Befehle; manchmal jagte sie an der Spitze ihrer Männer über die Ebene; manchmal trainierte sie ihr Pferd; einmal sagte sie tadelnd: „Du gibst mir den falschen Huf; gib mir den linken – weißt du nicht, dass es Abschied ist?“
Danach lag sie eine Zeit lang still; das Ende war nahe. Nach einer Weile murmelte sie: „Müde … schläfrig … nimm Cathy, Mama.“ Dann: „Gib mir einen Kuss, Soldier.“ Eine kleine Weile lag sie so still da, dass wir nicht sicher waren, ob sie noch atmete. Dann streckte sie die Hand aus und begann suchend umherzutasten; dann sagte sie: „Ich kann es nicht finden; blast den ‚Zapfenstreich‘.“ Das war das Ende.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen