Pferdespaß
Seine Grabinschrift

Das heutige Pferdegedicht ist eine weitere Tragödie, geschrieben 1898 von Will H. Ogilvie, einem schottischen Erzähldichter und Pferdeliebhaber.
Seine Grabinschrift
Auf einer kleinen alten Buschrennbahn, weit hinten im Niemandsland,
Wo Mulga-Bäume die Achtelmeile zeigen und ein toter Stamm den Tribünenrand,
Da leuchtet ein Geviert aus weiß gestrichnem Geländer hell vor dem Lehm,
Wo sie um die Innenbahn kämpfen, wenn sie in die Zielkurve gehen;
Nur ein einsames Grab und ein Friedhof, der Pflege der Natur überlassen,
Denn die wilden Buschblumen, die ihn schmücken, hat niemand dort gepflanzt;
Kein Denkmal und kein Marmor, der sein Lob oder seinen Tadel verkündet,
Kein Vers, der seine Geschichte erzählt, kein Zeichen, das seinen Namen bezeugt,
Doch eingeschnitzt ins weiße Geländer, verwittert und dünn,
Steht die schlichte, grob gehauene Inschrift: Er ritt stets auf Sieg!
Irgendein armer, vergessener Jockeyjunge, der sich nie einen Namen gemacht –
Die Jungen, die „nach Anweisung reiten“, finden den Weg zum Ruhm nicht;
Und die Blumen und marmornen Grabsteine und der Reichtum an Hab und Gold
Sind der Lohn für die Reiter, die sie „zurückhalten“, wenn man es ihnen sagt!
Nur ein Flüstern beim Satteln: „Er ist die einzige Gefahr, Dan,
Das ist der Junge, der dich schlagen will – halt ihn auf, wie immer du kannst.“
Nur ein Gedränge in der Kurve und ein Kreuzen auf der Geraden
Und ein mutiger kleiner Reiter, der zu spät „nach außen zieht“;
Ein schwerer Sturz, ein reiterloses Pferd – und ein Leichtgewicht, das man hereinträgt –,
Ein flaches Grab, ein Geländer und: Er ritt stets auf Sieg!
Irgendein tapferer Kamerad mit braunen Händen, der den Wert des Reiters erkannte,
Hat ihm diese groben Worte eingeschnitzt, für die Augen der ganzen Welt;
Und mögen auch nur wenige an ihm vorbeikommen, wie er schlicht aufgebahrt liegt,
Diese wenigen werden ihn geehrt sehen durch die Freundschaft seines Gefährten.
Und wenn wir im harten Kampf des Lebens um den Platz innen ringen,
Wenn sie uns in der Kurve bedrängen und wir aus dem Rennen fallen,
Wenn die klingenden Hufe davonziehen und der Jubel den Besten grüßt,
Und der Preis dem Sieger gehört und die roten Sporen den Übrigen,
Mögen wir einen treuen Gefährten finden, wenn die letzten Schollen gefüllt sind,
Der diese Worte über uns schnitzt: Er ritt stets auf Sieg!
Genug der Tragödie!
Auch wenn ich die romantische Sicht tragischer Dichtung liebe, mag ich insgesamt doch lieber heitere Unterhaltung. Wenn Sie Ihre Reime gern etwas frecher mögen, schauen Sie sich unbedingt einen besonders pferdelastigen Auszug aus Shakespeares Heinrich V. an.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen