Pferdespaß

Wie das alte Pferd die Wette gewann

· The Equinest

Drei Pferde im Rennen auf einer Wiese

Das heutige Gedicht hat Humor: Es wurde 1830 von Oliver Wendell Holmes geschrieben.

Es war auf der berühmten Trabrennbahn,
Die Wettfreunde hatten sich versammelt
Von nah und fern; die „Cracks“ waren da,
Deren Taten die Sportblätter verkünden:
Die schnelle Schimmelstute, Old Hirams Gaul,
Der flinke Fuchs, Dan Pfeiffers ganzer Stolz,
Mit ihnen ein Dritter – und wer ist der,
Der neben seinem schnellen braunen Wallach steht?
Budd Doble, dessen verschnupfter Name
Die näselnde Posaune des Ruhms erfüllt.
Dort stand auch manch berühmtes Ross
Aus Messenger- und Morgan-Zucht;
Auch grüne Pferde, nicht zu wenige,
Von denen noch keiner wusste, was sie konnten;
Und all die Mietgäule, die so gut
Die Peitsche des Sonntagsgecken kennen.

Blau ist der Himmel am Eröffnungstag;
Der Rasen am Rand ist grün vom Mai;
Der goldene Glanz der Sonne fällt
Auf Fuchs und Dunkelfuchs, Braun und Roan;
Die Pferde scharren, tänzeln, wiehern,
Stutfohlen und Hengstfohlen spielen wie Kätzchen,
Und tanzen und werfen ihre welligen Mähnen,
Glänzend und weich wie Seidenstränge;
Wagen und Gigs stehen ringsum aufgereiht,
Und die Mode zeigt stolz ihr buntes Gespann;
Hier steht – der Traum jedes jungen Jehu –
Das Tandem, ein heikles Gespann!
Und dort entfaltet sich in voller Breite
Die Pracht des Vierspänners;
Über tadellosen Krawatten und glänzenden Zylindern
Strahlen die hübschen Hauben ihr Lächeln;
(Der Stil ist der Mann, so steht’s in Büchern;
Der Stil ist die Frau, auf jeden Fall);
Aus Volants, schäumend von cremefarbener Spitze,
Lugt das rußige Gesicht des Mopses hervor,
Oder ein Spaniel rollt sein feuchtes Auge,
Oder es starrt der drahtige Liebling von Skye –
O Frau, in deinen Mußestunden
So scheu zu uns, so frei zu diesen!

„Na los! Ich wette zwei zu eins,
Ich bring ihn dazu!“ „Ach ja? Die Wette gilt!“

Was sollte wer denn nun tun?
Ich hab’s nicht gehört und kann’s nicht sagen –
Hören Sie bitte zu, bis meine Geschichte aus ist.

Kaum beachtet, hinten hinter den anderen,
Von Karren und Wagen grob bedrängt,
Stand des Pfarrers magerer, knochiger Brauner
Angeschirrt vor seinem Einspänner –
Für den Tag dem Küster geliehen;
(Eine Beerdigung – so sagte der Küster;
Die Frau vom Onkel seiner Mutter war tot.)

Wie Lazarus, zum Fest des reichen Mannes geladen,
So sah das arme, verlassene alte Tier aus;
Sein Fell war struppig, sein Schweif war kahl,
Grau war in sein Haar gesprenkelt;
Sportsleute und Jockeys kannten ihn nicht,
Und doch sagt man, er konnte einst traben
Wie die Schnellsten der Stadt,
Bis etwas brach und ihn niederzwang –
Das gemeinsame Los von Ross und Staatsmann!
„Und sind wir denn so schnell vergessen?“
Ach! Ich bezweifle, dass einer von Ihnen
Je den Namen „Old Blue“ gehört hat,
Dessen Ruhm durch die ganze Gegend hallte
In jenen alten Tagen, als ich jung war!

„Führt das Pferd vor!“ Ach! Er sah
Nicht aus wie das, auf dem Mazeppa ritt;
Dünne Mähne, spitzer Rücken, wacklige Knie,
Das Wrack dessen, was einst ein Ross war,
Schmale Lippen, hohle Augen, steife Gelenke;
Und doch nicht ohne Vorzüge für Kenner.
Der Küster, der sich ins Fäustchen lachte,
Als wäre alles nur ein Spaß,
Führte das Pferd vor, und während er lachte,
Hakte er das Hintergeschirr von der Schere,
Löste den rostigen Gurt darunter,
Zog ihm die Trense aus den Zähnen,
Streifte ihm das Kopfstück ab, befreite ihn
Von Riemen und Zügel – welch ein Anblick!

So abgenutzt, so mager an allen Gliedern,
Sie werden ihn doch nicht etwa satteln!
Doch! Das Schweinsleder sitzt auf seinem Rücken
Und klatscht an seine dürren, rheumatischen Flanken;
Mit einem Blick halb voll Spott, halb voll Heiterkeit
Schnallen sie den Sattelgurt fest;
Mit verschmitztem Zwinkern und frechem Schwung
Schwingt ein Bursche sein Bein hinüber,
Und so, den Reiter auf dem Rücken,
Führen sie ihn humpelnd zur Bahn,
Weit hinauf hinter den Start,
Um jedes steife Gelenk zu lockern.

Als er durch die johlende Menge ging,
Warf Old Hiram ihm einen mitleidigen Blick zu;
„Lauf nur, du Krüppel, solang du kannst!“
Rief der unsentimentale Dan;
„Ein Fastentagsessen für die Krähen!“
Erhob sich Budd Dobles spöttischer Ruf.

Langsam, wie wenn der Balancier
Zum ersten Mal den steigenden Dampfdruck spürt,
Mit warnendem Husten und drohendem Keuchen
Beugt das steife alte Schlachtross die Knie;
Zuerst mit vorsichtigem, gemessenem Schritt,
Als zöge er eine Staatskarosse;
Er ist kein Fohlen; er weiß genau,
Dass die Zeit ein Gewicht ist, das sich bemerkbar macht;
Kein Pferd ist so robust, dass es nicht fürchtet
Das Handicap von zwanzig Jahren.

Als das alte Pferd durch die Menge zu beiden Seiten
Sich dem Richterturm nähert,
Wird es unter dem Federgewicht seines Jockeys
In seinem Gang ein wenig warm,
Und hin und wieder wird ein Schritt versucht,
Der so etwas wie Raumgriff erahnen lässt.

„Los!“ Der Ruf stach ihm ins Ohr,
Als hätte eine Schlachttrompete geschmettert;
Die schlummernden, lange nicht geweckten Instinkte
Fahren beim alten, vertrauten Wort auf;
Es fährt wie eine Flamme durch jedes Glied –
Was bedeuten ihm schon zwanzig Jahre?
Der wilde Hieb seines Reiters
Traf seine hohlen Flanken, ohne dass er ihn spürte;
Der Sporn, der in sein struppiges Fell stach,
Riss unbeachtet an seiner blutenden Seite;
Sporn und Zügel sind ihm einerlei –
Er läuft wieder wie ein Fünfjähriger!

Noch ehe der Viertelpfosten passiert war,
Sagte Old Hiram: „Der ist schnell.“
Lange bevor aus dem Viertel die Hälfte wurde,
Hatte die kichernde Menge aufgehört zu lachen;
Fester klammerte sich sein verängstigter Jockey,
Als er in gewaltigen Sätzen ausgriff,
Der Kies flog in seiner Spur,
Den Hals gestreckt, die Ohren angelegt,
Den Schweif die ganze Zeit ausgestreckt
Hinter sich wie eine Rattenschwanzfeile!
Ein Eisen flog ab – davon wirbelte es,
Wie eine Kugel aus dem Gewehr geschossen;

Der zitternde Jockey formt ein Gebet
Aus Fetzen von Flüchen, die er sonst schwor;
Er lässt die Peitsche fallen, er lässt den Zügel fallen,
Er greift verzweifelt nach der Mähne;
Er verliert den Halt – er schwankt und taumelt –
Er rutscht unter die trampelnden Hufe!
Manch einem Reiter zittern die Knie,
Die Blumen an manch einem Hut beben,
Und von links und rechts erheben sich Rufe:
„Bleib drauf! Bleib drauf!“ „Halt dich fest! Halt dich fest!“
„Klammer dich an seinen Hals und lass nicht los!“
„Das Tempo hält er nicht – da! ruhig! brr!“
Doch wie das schwarze Ross, das
Lenores gespenstischen Geliebten trug,
Die Nüstern schnaubend Schaum und Feuer,
Kann keine Strecke seine knochigen Glieder ermüden;
Und jetzt rast er an der Tribüne vorbei,
Und „Haltet ihn! Haltet ihn!“ ist der Ruf.
Zurück! Er hat gerade erst angefangen –
Er läuft drei Läufe in einem!

„Lauft nicht vor ihn! Er schlägt euch den Schädel ein;
Reitet hinterher und schnappt euch die Zügel!“
Sprach Old Hiram. Dan Pfeiffer hörte es
Und sprang ungeduldig los;
Budd Doble startete auf seinem Braunen,
Old Hiram folgte auf seinem Schimmel,
Und los geht’s, und rundherum,
Die Schnellen geben „alles, was sie können“.
Sehen Sie! Zweimal folgen sie ihm dicht auf den Fersen,
Während er seine Runden um die Bahn dreht
Und den sich festklammernden Jungen mit sich wirbelt
Wie Hektor um die Mauern Trojas;
Immer weiter, die dritte Runde –
Sie fallen zurück! Sie verlieren an Boden!
Budd Dobles Gaul lässt nach!
Dan Pfeiffers Fuchs schlägt mit dem Schweif!
Und sehen Sie! Trotz Peitsche und Geschrei
Gibt Old Hirams Stute auf!
Jetzt zum Finish! In der Kurve
Kommt das alte Pferd – alle anderen weit hinter sich –
In lockerem Trab herangeschwungen;
Donnerwetter! Er hat sie alle abgehängt!

Diesen Trab konnte kein Sterblicher erklären;
Manche sagten: „Old Dutchman ist zurück!“
Manche stoppten seine Zeit – zumindest versuchten sie es,
Doch welche es war, konnte keiner sagen;
Einer sagte, er könne nicht verstehen,
Was mit seinem Sekundenzeiger passiert sei;
Einer sagte 2.10; das konnte nicht sein –
Eher zwei zweiundzwanzig oder drei;
Old Hiram entschied es schließlich:
„Die Zeit war zwei – zu teu-fe-lisch schnell!“

Das Pferd des Pfarrers hatte die Wette gewonnen;
Es hatte ihn einigen Schweiß gekostet;
Zurück vor den Einspänner ging es;
Der Pfarrer fragte sich, was das bedeutete,
Und murmelte mit milder Überraschung
Und einem freundlichen Augenzwinkern,
Die Beerdigung müsse ein Trick gewesen sein,
Oder Leichen führen im Eiltempo;
Es würde mich nicht wundern, ich muss schon sagen,
Wenn Bruder – Jehu – das Gebet gesprochen hätte!

Und das ist alles, was ich zu sagen habe
Über diesen zähen alten braunen Traber,
Hü! Hü! Hopp! Guten Tag!
Die Moral, für die diese Geschichte erzählt wird:
Ein Pferd kann traben, auch wenn es alt ist.

Zu kompliziert?

Die Sprache in diesem Gedicht ist etwas schwieriger, aber wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird mit einer großartigen Geschichte belohnt. Wenn Sie lieber etwas Leichteres lesen möchten, sehen Sie sich unbedingt ein paar Auszüge aus Mazeppa von Lord Byron an. Auszug 1 | Auszug 2.

Pferde in der Poesie

Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen