Interviews
Nanette Levin – Interview mit der Pferdeautorin
Name
Nanette Levin
Website & wo Sie mich online finden
Websites: www.HorseSenseAndCents.com, www.BookConductors.com & www.HalcyonAcres.com
Twitter: @NanetteLevin
Facebook: Horse Sense and Cents & Nanette Levin
Linkedin: Nanette Levin (aktiv in vielen Pferdegruppen und Co-Managerin von Horse Lovers of the Business World und Horse Trail Riding).
Die Bücher der Reihe Horse Sense and Cents™ sind über Ingram bei Amazon erhältlich (der aktuelle Titel ist „Turning Challenging Horses Into Willing Partners“). Wenn Sie ein von der Autorin signiertes Exemplar möchten (Sie können sich auch eine persönliche Widmung wünschen), gehen Sie zu Book Conductors und klicken Sie auf „Books for sale“.
Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Ich wurde in Washington, D.C., geboren, habe aber einen Großteil meiner Jugend in Connecticut verbracht. Niemand in meiner Familie ritt (oder konnte gut schreiben), deshalb weiß ich nicht genau, wie ich hier gelandet bin.

Nanette beim Galopptraining auf der Rennbahn
Pferde haben mich schon als ganz kleines Kind angezogen, deshalb habe ich mit fünf Jahren mit dem Reiten angefangen. Heute bin ich 46 und reite immer noch fast jeden Tag.
Neben dem Anreiten junger Pferde und der Zucht von Irish Draught Sport Horses auf Halcyon Acres® reite ich auch Vollblüter auf einer Rennbahn in der Gegend im Training und gebe eine Sachbuchreihe über Pferde heraus (Horse Sense and Cents™). Im Rahmen dieses Projekts bereiten wir gerade den Start eines E-Coaching-Angebots vor.
In den ersten zwanzig Jahren nach dem College lag mein beruflicher Schwerpunkt auf Marketing, Schreiben und der Interessenvertretung kleiner Unternehmen. In dieser Zeit habe ich viel als freie Autorin geschrieben, unter anderem für Tageszeitungen, Wirtschaftspublikationen und Pferdefachzeitschriften. Es ist wunderbar, meine Leidenschaften für Pferde, das Schreiben und das Unternehmertum zu verbinden. Die Zukunft ist sehr spannend.

Haben Sie schon immer geschrieben, oder hat Sie erst Ihre Erfahrung mit Pferden dazu inspiriert, über sie zu schreiben?
Eigentlich ist das eine lustige Geschichte. Englisch war in der Schule mein schwächstes Fach (na ja, Rechtschreibung war noch schlimmer, aber das war vor den Zeiten der Rechtschreibprüfung). Ich beschloss, diese Schwäche auszubügeln, indem ich am College so lange Kurse belegte, bis ich mit meinem Schreiben zufrieden war. Ehe ich mich versah, hatte ich ein Hauptfachstudium in Englisch abgeschlossen. Während meiner Collegezeit begann ich, als freie Mitarbeiterin für eine Reihe von Lokalzeitungen zu schreiben. Die Arbeit, die Aufmerksamkeit und das Einkommen haben mir sehr gefallen. Als ich mit dem Zeichnen aufhörte, stillte das Schreiben mein kreatives Bedürfnis. Erst seit Kurzem (etwa in den letzten acht Jahren) kann ich meine Leidenschaft für das Schreiben und für Pferde miteinander verbinden.
Jeder versteht unter „Problempferden“ etwas anderes. Welches Problem sehen Sie am häufigsten?
Die meisten Pferde werden einfach missverstanden. Ob es eine willensstarke junge Stute ist, die jemand zu dominieren versucht hat, oder eine, die es geschafft hat, jedes Pferd und jeden Menschen einzuschüchtern, dem sie begegnet ist, oder ein ängstliches Pferd, das überfordert wurde – die meisten Pferdeprobleme lassen sich auf fehlgeleitete Menschen zurückführen, die mit ihnen zu tun hatten. Es kann eine Weile dauern, den Ursachen auf den Grund zu gehen, und das Verhalten zeigt sich auf sehr unterschiedliche Weise.
Ich habe festgestellt, dass die meisten Pferde, die als „Problempferde“ abgestempelt werden, zu großartigen Partnern werden, wenn sie auf einen Menschen treffen, der bereit ist, zuzuhören, was sie sagen wollen. Es ist erfüllend und wie ein kleines Wunder, einige dieser Verwandlungen mitzuerleben.

Das richtige Pferd passt auf Kinder auf.
Welchen Rat geben Sie Pferdebesitzern immer wieder?
Schema-F-Methoden funktionieren bei den meisten Pferden nicht. Viele der verwirrten Köpfe, die nach Halcyon Acres® kommen, sind das Ergebnis davon, dass jemand versucht hat, ein Pferd in sein menschliches Trainingssystem zu pressen. Jedes Pferd ist anders. Vor allem junge Pferde brauchen eine flexible Herangehensweise bei Art und Dauer der Arbeit, wenn sie sich zu willigen Partnern entwickeln sollen. Wenn Sie nicht darauf eingehen, was Ihr Pferd Ihnen sagen will, wird es sich entweder auflehnen oder abschalten.
Gibt es Ihrer Erfahrung nach bestimmte Rassen, die oft missverstanden und vielleicht zu Unrecht als problematisch abgestempelt werden?
Mit Vollblütern arbeite ich viel (vor und nach der Rennkarriere sowie während sie laufen), und ich glaube tatsächlich, dass sie zu Unrecht einen schlechten Ruf haben. Die Zucht ist ein Faktor (bei der Anpaarung von Pferden für die Rennbahn spielt das Temperament selten eine Rolle), aber das ist eher die Ausnahme. Häufiger entstehen ihre Probleme dadurch, dass sie ohne Einfühlungsvermögen angeritten werden, über längere Zeit mit Schmerzen zurechtkommen müssen oder schlicht durch Missverständnisse zwischen den Hilfen für das Rennen und für das Reiten. Manchmal stellt der frühe Umgang (oder das Fehlen davon) die Weichen dafür, dass sie als „schwierige Kandidaten“ abgestempelt werden. Die meisten Vollblüter, die früh im Leben eine Chance bekommen, werden willige und eifrige Partner, die alles recht machen wollen – und das bleibt auch beim Wechsel in eine neue Karriere so. Ein „heißblütiges“ Pferd ist nicht gleich hyperaktiv. Geben Sie einem Vollblut den Weideplatz und die Zeit, die es braucht, um sich energiegeladen auszutoben, dann werden die meisten ruhige, gelassene und feinfühlige Reitpferde.

Sind Sie schon einmal auf ein „Problem“ bei einem Tier gestoßen, das Sie nicht lösen konnten?
Oh ja – und das sind die, die einem das Herz brechen. Einer davon kommt im Buch „Turning Challenging Horses Into Willing Partners“ gleich zweimal vor. Bei Studley (und seiner Bösartigkeit) haben wir einige Fortschritte gemacht, konnten seine sauren Tendenzen aber nie ganz beseitigen. Das Traurige an diesem Pferd war, dass man merkte, dass es nicht seinem Wesen entsprach. Er ertrug eine Zeit lang Schmerzen und brutale Forderungen, um weiter trainiert zu werden, reagierte aber schließlich mit dem echten Wunsch, jeden Menschen zu verletzen, dem er begegnete (er kam zu uns, nachdem er einen Pfleger auf der Rennbahn ins Krankenhaus gebracht hatte). In diesem Fall waren wir auf einer Ebene erfolgreich – er lief und verdiente in jenem Jahr eine Menge Geld –, aber wir sind kläglich daran gescheitert, ihm das Rüstzeug zu geben, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Tatsächlich wurde er innerhalb eines Monats gesperrt, nachdem er mit einem anderen Trainer (und anderen Pflegern und Reitern) auf eine Rennbahn im Süden gebracht worden war.
Manchmal können körperliche oder psychische Probleme (wir haben hier gerade eines, das wahrscheinlich geistig beeinträchtigt ist und ADS hat – feste Abläufe sind bei diesem freundlichen Pferd, das alles recht machen will, der Schlüssel) ein Pferd daran hindern, zu tun, was man von ihm verlangt.
Schmerzen werden so oft unterschätzt, wenn Probleme beginnen, und sind doch meistens die Ursache.

Manchmal ist es bei einem eigenwilligen, klugen Pferd am besten, die Wutanfälle geduldig und ruhig auszusitzen.
Wer sind Ihre wichtigsten literarischen Einflüsse?
Wenn ich nicht beruflich lese (Marketing, andere Pferdeautoren, Vertrieb, Persönlichkeitsentwicklung usw.), zieht es mich zu klassischer Belletristik mit östlichem Hintergrund. Siddhartha (Hermann Hesse) hat mich während meiner Collegezeit auf eine Weise berührt, die sich nicht in Worte fassen lässt. Ich habe das Buch mehrmals wieder gelesen und nach anderer Literatur gesucht, deren Botschaft östliche Philosophie aufgreift. Ehrlich gesagt kann ich keine Autoren nennen, die mir als Vorbild dienen – mein Stil ist mehr aus dem Feedback der Leser entstanden und aus dem großartigen Coaching eines Geschäftspartners vor mehr als zwei Jahrzehnten, der mir beibrachte, wie man Texte schreibt, die den Leser fesseln.
Haben (oder hatten) Sie ein bestimmtes Tier, das die Muse hinter Ihrer Arbeit ist?
Es gibt Hunderte von Pferden, die mir die Einsichten und Geschichten geliefert haben, die mein Schreiben inspirieren. Tatsächlich stelle ich elf von ihnen im „Turning“-Buch vor. Eines der Dinge, die wir für die Reihe beschlossen haben (und auch Rob Fera, der Autor des demnächst erscheinenden „Bringing Up Baby“, setzt das in seinem Buch um), ist, viele Geschichten aufzunehmen, die bestimmte Probleme, Herausforderungen, Lernerfahrungen oder Durchbrüche veranschaulichen.

Besuchstag auf Halcyon Acres.
Menschen können Informationen meist leichter verarbeiten, wenn man sie ihnen mit einer Geschichte zeigt, in der sie sich wiederfinden.
Mein Lieblingspferd war wahrscheinlich mein erstes. Er war für alle ein Albtraum außer für mich (er war ein so schwieriger Kandidat, dass wir von den Aktivitäten des Pony Clubs ausgeschlossen wurden). Nach so einem Einstieg in das Leben als Pferdebesitzerin hat es mich wohl zu den Pferden mit Problemen hingezogen. Mein nächstes Pony war ein Traum, aber ich habe Mouse immer vermisst (kurz für Anonymous – niemand wusste, woher er kam, oder wenn doch, wollte es keiner zugeben).
Gibt es einen bestimmten Ort, der Sie inspiriert?
Mich hat es schon immer ans Wasser gezogen, aber die meiste Inspiration bekomme ich heute von den Pferden. Die kurze Antwort lautet also wohl: überall, wo mir Pferde etwas Neues beibringen. Dazu gehört, mit der Herde auf dem Hof zusammen zu sein und sie zu beobachten, mit den jungen Pferden zu arbeiten, die zum Anreiten kommen, die Ausritte, die Rennbahn oder jeder Ort, an dem Pferde Teil meines Alltags sind.
Welche Auswirkungen hat das Internet Ihrer Meinung nach auf das Schreiben & die Literatur gehabt?
Ich glaube, wir sehen noch nicht, wie sich das alles entwickeln wird. Wir scheinen die Mentalität „alles sollte kostenlos sein“ hinter uns zu lassen, da die Leute erkennen, dass (manches von dem,) was man bezahlt, Qualität hat. Sie scheinen auch zu erkennen, dass die Achtung des Urheberrechts wichtig ist, damit weiterhin gutes Material entsteht. Ich denke, dass das langfristig eine sehr gute Entwicklung für das Schreiben und die Literatur sein wird, denn Autoren (und Verlage) haben jetzt eine internationale Reichweite, nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei den Mitwirkenden.
Außerdem ist es heute viel einfacher, sich viral herumzusprechen, wenn man etwas Herausragendes schafft. Wer früher vielleicht unbekannt war oder in einer engen Nische hervorragende Alternativen anbot, hat jetzt die Chance, viel schneller und leichter entdeckt zu werden. Das ist gut für die Autoren und für die Leser.
Hat es Auswirkungen auf Ihre gehabt?
Und ob. Das Internet hat mir Zugang zu Menschen aus aller Welt verschafft, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Ich verbringe nicht viel Zeit mit „Surfen“, es sei denn, ich suche etwas Bestimmtes, aber ich widme einen guten Teil meiner Zeit den LinkedIn-Gruppen (vor allem zum Thema Pferd). Dort habe ich nicht nur Zugang zu Trainern, Pferdeverhaltensforschern, Anfängern (ideal für Feedback darüber, was sie wollen, aber nicht finden), Praktikern verschiedener Heilmethoden für Pferde und Profis aller Art, sondern bekomme auch ein Gefühl dafür, mit wem ich spreche. Das hat mir nicht nur wertvolle Einblicke und Hilfe bei einigen Problemen der Kundenpferde auf Halcyon Acres® gebracht (einige davon werden in einem der für 2011 geplanten Titel vorkommen), sondern auch eine Möglichkeit, ideale Mitwirkende aus aller Welt für die Titel der Buchreihe auszuwählen (jedes Buch enthält einen ganzen Teil, der auf dem Wissen, den Erfahrungen und den Sichtweisen von Fachleuten aus aller Welt beruht).

Halcyon Acres
Wofür brennen Sie sonst noch?
Ich bin begeisterte Gemüsegärtnerin. Es hat etwas spirituell Bereicherndes, sich die Hände schmutzig zu machen, für das gesunde Wachstum einer Ernte verantwortlich zu sein und Lebensmittel ohne Chemikalien zu ernten und zu genießen. Natürlich sorgt der natürliche Dünger aus dem Betrieb auf dem Pferdehof für einen guten Ertrag.
Arbeiten Sie an etwas Neuem?
Für 2011 sind derzeit zwei Titel der Reihe Horse Sense and Cents™ geplant, nämlich „Bringing Up Baby“ (über die Zeit vor der Geburt bis zum Alter von 18 Monaten, mit Schwerpunkt auf Fütterung, Umgang, praktischen Informationen zur Abfohlung, Krankheiten & Verhaltensproblemen sowie klugem Stallmanagement) und „Don’t Get Thrown Starting Under Saddle“.
Außerdem starten wir diesen Monat im Rahmen des Projekts Horse Sense and Cents™ ein E-Coaching-Angebot, das bezahlbare und individuelle Unterstützung für alle bieten soll, die vor Ort keinen Zugang zu Hilfe haben oder sie sich nicht leisten können. Die Idee entstand aus meinen Jahren als freie Autorin für Pferdefachzeitschriften und den Horrorgeschichten, die ich von Lesern hörte, die völlig allein dastanden, nachdem ein Händler oder eine DVD sie überzeugt hatte, sie könnten es mit einem unerfahrenen Pferd allein schaffen. Es hat mich überrascht, dass so viele dieser Menschen in abgelegenen Gegenden leben, in denen es keine Fachleute vor Ort gibt.
Letzte Frage: Wenn Sie in einem Satz zusammenfassen müssten, was Sie für Pferde empfinden, wie würde er lauten?
Sie sind wunderbare Lehrer – wenn man bereit ist, auf das zu hören, was sie einem sagen wollen.
Demnächst mehr
Danke an Nanette, dass sie unsere Fragen beantwortet und uns mehr über ihr Schreiben erzählt hat. Schauen Sie regelmäßig auf ihrer Website vorbei, um mehr über ihre neuesten Bücher zu erfahren.
Und freuen Sie sich auf weitere Interviews mit Pferdeautoren und Künstlern.
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Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen