Pferdespaß
Seltsame Anfälle der Leidenschaft kannte ich

Das heutige Stück Pferdepoesie wurde 1798 von William Wordsworth verfasst. Es handelt zwar nicht von Pferden, aber sie spielen eine Rolle in der Geschichte, die er erzählt.
Seltsame Anfälle der Leidenschaft kannte ich
Seltsame Anfälle der Leidenschaft kannte ich:
Und ich wage zu erzählen,
doch allein dem Ohr der Liebsten,
was mir einst widerfuhr.
Als sie, die ich liebte, an jedem Tag
so frisch aussah wie eine Rose im Juni,
lenkte ich meinen Weg zu ihrem Häuschen,
unter einem Abendmond.
Auf den Mond heftete ich meinen Blick,
über die ganze weite Flur;
mit rascherem Schritt näherte sich mein Pferd
jenen Pfaden, die mir so teuer sind.
Und nun erreichten wir den Obstgarten;
und während wir den Hügel hinaufstiegen,
kam der sinkende Mond Lucys Häuschen
näher und immer näher.
In einem jener süßen Träume schlief ich,
der gütigen Natur sanfteste Gabe!
Und die ganze Zeit hielt ich mein Auge
auf den sinkenden Mond gerichtet.
Mein Pferd ging weiter; Huf um Huf
hob es und hielt nie an:
Da fiel hinter dem Dach des Häuschens
mit einem Mal der helle Mond herab.
Welch törichte und eigensinnige Gedanken schleichen sich
in den Kopf eines Liebenden!
„O Gnade!“, rief ich mir zu,
„Wenn Lucy tot sein sollte!“
Reimende Pferde
Es geht nicht nur ums Reimen – Poesie muss nicht singsangartig sein, um gut zu sein. Wenn Sie etwas Erbaulicheres mögen, versuchen Sie es mit einem arabischen Pferdesprichwort.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen