Pferdewissen
Dressur-Terminologie und Fachjargon – P – W

Die Grundbegriffe der Dressur-Terminologie von P bis W (nach den englischen Begriffen) – die Liste ist so lang, dass wir sie in mehrere Teile aufteilen mussten. Sehen Sie sich auch A–E und F–O an.
Tempo / Pass (Pace)
1. Alle Varianten einer Gangart – versammelt, Arbeitstempo, mittel und verlängert.
2. Eine Gangart, bei der die gleichseitigen Beinpaare gemeinsam bewegt werden – keine reine oder in der Dressur zulässige Gangart.
Abgestellt (Parked)
Wenn die Beine des Pferdes hinter dem Pferdekörper stehen und nicht unter dem Körper fußen.
Passageartiger Trab (Passage-like or passagey trot)
Die Stützphase dieses Trabs ist verlängert, was einen schwebenden Eindruck in der Gangart erzeugt.
Piaffe (Piaffe)
Eine rhythmische, fast auf der Stelle ausgeführte Trabbewegung.
Pivotieren (Pivoting)
Das Drehen um einen am Boden stehenden Fuß in Pirouetten oder Vorhandwendungen.
Genick (Poll)
Der höchste Punkt des Pferdeschädels.
Stellung / Sitz (Position)
1. Die seitliche Flexion im Atlantoaxialgelenk, sodass das Pferd zur Seite „blickt“
2. Die Haltung des Reiters.
Am Zügel ziehen (Pull the rein)
Den Zügel zum Körper des Reiters hin nehmen; in der klassischen Dressur keine zulässige Handposition.
Stoßen (Punching)
Eine künstliche und übertriebene Aktion der Vorderbeine im Trab.
Reinheit (Purity)
Die Korrektheit der Phasen und der Fußfolge einer Gangart hinsichtlich Reihenfolge und Timing.
Hinausschieben (Pushing out)
Wenn die Hinterbeine eines Pferdes zu weit hinter dem Körper arbeiten.
Qualität (Quality)
Die Flüssigkeit, Elastizität und Freiheit einer Gangart.
*Nicht dasselbe wie Reinheit oder Korrektheit.
Raumgriff (Reach)
Das Vorgreifen der Vorderbeine, Hinterbeine und/oder des Halses eines Pferdes.
Regelmäßigkeit (Regularity)
Die Reinheit, Gleichmäßigkeit, Ebenmäßigkeit und Korrektheit einer Gangart.
Regelmäßigkeit wird nur in Bezug auf Reinheit und Gesundheit verwendet.
Relative Geraderichtung (Relative straightness)
Wenn ein Pferd geradeaus geht, folgt das innere Hinterbein der Spur des inneren Vorderbeins.
Losgelassenheit (Relaxation)
1. Die Ruhe des mentalen Zustands eines Pferdes.
2. Die Ruhe des körperlichen Zustands eines Pferdes.
Widersetzlichkeit (Resistance)
Wenn sich ein Pferd den Vorgaben des Reiters körperlich widersetzt.
*Nicht dasselbe wie Ungehorsam oder Ausweichen.
Renvers (Renvers)
Arbeit auf drei Hufschlägen. Die Hinterhand des Pferdes bleibt auf dem Hufschlag, während die Vorhand vom Hufschlag abgestellt wird. Das äußere Hinterbein bildet den einen Hufschlag. Das äußere Vorderbein und das innere Hinterbein (diagonales Paar) bilden den zweiten Hufschlag, und das innere Vorderbein bildet den dritten. Das Pferd muss in Bewegungsrichtung längsgebogen sein.
Takt (Rhythm)
Die charakteristische Fußfolge und Phasenabfolge einer bestimmten Gangart.
In der Dressur sind korrekte Takte reine Gangarten.
Schaukeln / Schaukelpferd-Galopp (Rocking / rocking horse canter)
Wenn Hals/Vorhand eines Pferdes wegen mangelnden Raumgriffs, mangelnder Hankenbeugung oder störender Reitereinwirkung in eine unnatürliche Auf-und-ab-Bewegung gezwungen werden.
Rundheit (Roundness)
1. Die Wölbung der Oberlinie eines Pferdes.
2. Beschreibt die kreisförmigen Bewegungen der Gliedmaßen eines Pferdes.
Schwung (Schwung)
Wenn die von den Hinterbeinen eines Pferdes erzeugte Energie sich in einer elastischen Bewegung des gesamten Körpers zeigt.
Vermögen (Scope)
Raumgriff und Rundheit der Bewegung.
Selbsthaltung (Self carriage)
Wenn sich ein Pferd ungezwungen und gut ausbalanciert selbst trägt, ohne sich auf die Hand des Reiters zu stützen.
Schulterherein (Shoulder-in)
Arbeit auf drei Hufschlägen. Die Vorhand des Pferdes wird vom Hufschlag hereingenommen, sodass das äußere Hinterbein den einen Hufschlag bildet, das äußere Vorderbein und das innere Hinterbein (diagonales Paar) den zweiten und das innere Vorderbein den dritten.
Schlaff (Slack)
1. Bezeichnet eine durchhängende Oberlinie.
2. Fehlende Anlehnung am Zügel.
Reißen (Snatching)
1. Das Herausreißen der Zügel aus den Händen des Reiters.
2. Eine ruckartige und unnatürlich hohe Bewegung der Hinterbeine.
Weicher Zügel (Soft rein)
Eine weich anfühlende Anlehnung am Zügel.
Geschwindigkeit (Speed)
Wie schnell Boden gewonnen wird; eine Zunahme der Geschwindigkeit kann aus einer Verlängerung der Tritte, einer Erhöhung des Tempos oder aus beidem entstehen.
Schaukel (Swing)
Eine ununterbrochene Folge von Rückwärtsrichten, abgewechselt mit
Vorwärtstritten im Schritt. Die Anzahl der Tritte ist vorgeschrieben, und der gesamte Ablauf kann mehrmals wiederholt werden, gefolgt von einem Übergang nach vorn.
Schwingender Rücken (Swinging back)
Die Funktion der Rumpfmuskulatur eines Pferdes, die die von den Hinterbeinen erzeugte Energie wirksam durch das Pferd hindurch überträgt.
Pendelnder Kopf (Swinging head)
Ein Hinweis auf die Annahme der Anlehnung oder auf Zwang, wenn sich das Maul des Pferdes im Trab und Galopp nach links und rechts oder im Kreis bewegt.
Zügel annehmen (Take the rein)
Die Finger am Zügel schließen und eine stärkere Anlehnung aufnehmen.
Serienwechsel (Tempi changes)
Mehrere aneinandergereihte fliegende Wechsel, die zusammen eine Lektion bilden.
Tempo (Tempo)
Die Geschwindigkeit der Taktwiederholung, gemessen in Schlägen pro Minute.
*Hängt nicht zwingend mit der Trittlänge oder der Geschwindigkeit zusammen.
Verspannt (Tense)
1. Ein ängstlicher oder nervöser mentaler Zustand eines Pferdes.
2. Ein angespannter körperlicher Zustand eines Pferdes.
3. Das Zusammenziehen oder Verkürzen von Muskeln.
Durchlässigkeit (Throughness)
Der elastische und verbundene Zustand der Muskulatur eines Pferdes, der einen ungehinderten Energiefluss von einem Ende zum anderen erlaubt und es ermöglicht, dass die Hilfen und die Einwirkung des Reiters frei angenommen werden.
Verwerfen (Tilting)
Das Ausweichen vor der Anlehnung, indem ein Ohr durch Kippen oder Schiefhalten des Kopfes gesenkt wird.
Oberlinie (Topline)
Die Silhouette des Pferdes vom höchsten Punkt des Genicks bis zum Schweifansatz.
Hufschlag / Hufschläge (Track / tracks)
1. Die Linie oder der Weg, den jeder Fuß (oder jedes Fußpaar) zurücklegt.
2. Die Bewegungsrichtung.
3. Seitengänge auf „Hufschlägen“.
4. Der Weg entlang der Bande in einer Reitbahn.
In die Spur fußen (Tracking up)
Wenn der Hinterhuf in die Spur des Vorderhufs tritt, den er ersetzt.
Nachschleppen (Trailing)
1. Beschreibt die fehlende Parallelität der nachschleppenden Hinterhand zur Längsachse der Bahn in Traversale und Schenkelweichen.
2. Wenn die Hinterbeine eines Pferdes zu weit hinter dem Pferd sind.
Überstreichen (Uberstreichen)
Ein kurzes Aufgeben der Anlehnung am Zügel, um zu zeigen, dass ein Pferd Haltung, Gleichgewicht, Gangmaß und Tempo auch mit losem Zügel beibehält.
Bergauf (Uphill)
Wenn ein Pferd in der Vorhand im Verhältnis zur Kruppe hoch ist.
Volte (Volte)
Ein Kreis mit sechs Metern Durchmesser.
Hochschlagen (Whipping up)
Ein Ausweichen der Kruppe nach oben, das sich im Galopp oder in der Piaffe oft wiederholt.
Hinten breit (Wide behind)
Wenn ein Pferd mit den Hinterhufen weiter auseinander geht als mit den Vorderhufen.
Arbeit an der Hand (Work in hand)
Wenn ein Pferd vom Boden aus bewegt oder ausgebildet wird.
Arbeitstempo (Working)
Im Schritt, Trab und Galopp in einem energischen, aber ruhigen Tempo. Die Trittlänge liegt zwischen der des versammelten und der des mittleren Tempos.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen