
Das Burenpferd, auch South African Boerperd oder Kaapse Boerperd genannt, hat eine lange Geschichte, die eng mit den Menschen Südafrikas verbunden ist.
Herkunft
Die Abstammung der Boerperde reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, als die Niederländer an der Tafelbucht einen Stützpunkt errichteten. Die ersten Pferde, die in die Kapkolonie eingeführt wurden, waren Berber-Araber-Kreuzungen aus Java. Da es anfangs nur wenige Tiere gab und die Trächtigkeit bei Pferden lange dauert, wuchs der Bestand nur mühsam, und Inzucht war ein ständiges Problem.
Zum Glück wurden sie von einer Schiffsladung Araber gerettet. Tatsächlich war vor der Küste ein Schiff auf dem Weg nach Persien gestrandet, das 14 Araberpferde des Schahs von Persien an Bord hatte (noch dazu einige seiner besten Tiere). Die Pferde schwammen an Land, wurden eingefangen und brachten ihre erlesenen Blutlinien in die kleine vorhandene Herde ein. Aus dieser Verbindung entstand das sogenannte Kap-Pferd.
In Isolation
Rund anderthalb Jahrhunderte lang gab es kaum äußere Einflüsse auf den Genpool, abgesehen von 40 Vollbluthengsten. Die Herde war groß genug, sodass die Vollblutgenetik außer bei Größe und Haltung kaum Spuren in der Rasse hinterließ. Die Zucht florierte so sehr, dass Mitte des 18. Jahrhunderts Kriegspferde an die englische Armee in Indien geliefert wurden.
Zweimal wurden die Pferdebestände Südafrikas im 18. Jahrhundert von der Afrikanischen Pferdepest heimgesucht, die Tausende Tiere tötete. Diese Tragödie verschaffte der Rasse jedoch einen gewissen künftigen Schutz vor der Krankheit, da sich nur die Tiere fortpflanzten, die sie überlebt hatten.
Burenkriege
Das 19. Jahrhundert und die Burenkriege prägten die Merkmale der Boerperde endgültig. Importierte flämische, Hackney-, Norfolk-Trotter- und Cleveland-Bay-Hengste trugen zu ihrer Genetik bei. In den Kriegen wurde die Rasse bis an ihre Grenzen gefordert; die Pferde kämpften tapfer, doch viele gingen verloren. Manche wurden auf ihren Farmen erschossen, als britische Soldaten versuchten, den Buren einen Vorteil zu nehmen. Am Ende überstanden nur die Pferde diese Zeit, die zäh genug waren oder deren Besitzer schlau genug waren, sie vor den britischen Soldaten zu verstecken.
Im 20. Jahrhundert erwachte neues Interesse daran, diese heldenhafte Rasse zu erhalten. Mehrere Zuchtbücher und Verbände wurden gegründet, doch erst 1973 entstand die Boerperd Society of SA. Sie stellte einen Rassestandard auf und wählte geeignete Zuchttiere in einem sehr strengen Verfahren aus. Gegen Ende des Jahrzehnts wurde sie in Historic Boerperd Breeders Society umbenannt, und 1980 wurde die Rasse offiziell anerkannt.
Laut DAD-IS ist die Rasse gefährdet; 2025 gab es noch zwischen 250 und 405 Tiere.
Blutlinien
Es gibt mehrere wichtige Blutlinien des Boerperds.
Cloete-Pferde
Jacob Cloete gehörte zu den ersten Freibürgern, die sich am Kap niederließen, und erhielt einige der ersten dort gezüchteten Pferde. Die Familie Cloete waren Pferdezüchter und achteten besonders darauf, ihre Blutlinien rein zu halten. Im Krieg verloren sie bis auf zwei Stutfohlen alle Pferde; eines davon, Ou Bes, ist eine Stammmutter dieser Linie.
A2- oder van-Niekerk-Pferde
Diese Linie stammt aus einem Gestüt, das sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts fest etabliert hatte und dessen Pferde für ihre Qualität bekannt waren. 1879 zog ein Farmer mit seinen Schafen und Pferden durchs Land und übernachtete auf dem Gestüt. Am Morgen war eines seiner Hengstfohlen zu schwach zum Weiterziehen und wurde an das Gestüt verkauft. Dieser Junghengst namens David wurde zum Begründer der van-Niekerk-Pferde. Das Gestüt A2 hielt die Linie rein, wodurch sie ihren zweiten Namen erhielt.
Hancke-Pferde
Die Familie Hancke war im ganzen Land für ihre edlen Schimmel bekannt. Diese Linie wurde besonders von Großwildjägern wegen ihrer Ausdauer und Zähigkeit geschätzt. Im Krieg bewies diese Linie ihren Wert; aus der Herde von 700 Stuten wurden Pferde an die Buren geliefert. Alle Linien litten unter den Kriegen, doch danach wurden die gebrannten Tiere wieder zusammengetrieben, sodass die Familie die Zucht fortsetzen konnte.
Steenkamp-Pferde
Diese Blutlinie geht auf das Jahr 1847 zurück, als der Züchter Willem Steenkamp und seine Familie ein eher nomadisches Leben begannen und mit ihrer Herde in verschiedene Teile des Landes zogen. Schließlich fanden sie im bergigen Distrikt Ermelo einen idealen Ort für die Pferdezucht. Vor den Kriegen brachten Araber- und Vollbluthengste ihre Genetik ein, und diese Linie war für wendige, robuste Reitpferde bekannt. Auch diese Linie forderte der Krieg ihren Tribut: 1934 war sie fast ausgestorben, doch einige wenige Tiere überdauerten.
Odendaal-Pferde
Eine Linie, die beim Krieg von 1899 bereits etabliert war: H.P. Odendaal war für seine Pferde bekannt. Bei Kriegsende blieben ihm 6 Stuten und ein Hengst, den er in den Bergen von Witsieshoek versteckt gehalten hatte. 1912 begann er, gezielt weitere Hengste zu kaufen, und nahm die Zucht wieder auf. Im Laufe der Zeit wechselte die Zucht mehrmals den Besitzer, bis das Gestüt schließlich geschlossen wurde. 1980 entdeckte Mof Grimbeeck einen Hengst und einige Fuchsstuten und hielt die Blutlinien am Leben; zum Glück fand er auch weitere Stuten. Heute ist die Linie für ihr fuchsfarbenes oder palominofarbenes Fell und ihre fünfte Gangart bekannt.
Middleton-Pferde
Diese Linie stammt aus Ficksburg und Fouriesburg; sie ist wegen ihrer Ausdauer gefragt und für ihr schwarzes Fell bekannt. Die Rinder züchtende Familie Middleton begann während des Burenkriegs mit der Pferdezucht, zunächst mit einer Schimmelstute und ihrem schwarzen Hengstfohlen. Pferdehändler der Gegend überquerten nahe ihrer Farm den Caledon River nach Lesotho, und Middleton kaufte ihnen Stuten ab. Nach dem Krieg züchtete Middleton überwiegend für den eigenen Bedarf und legte Wert auf ein trittsicheres Reitpferd. Seine sorgfältige Zucht machte diese Linie als Polizeipferde beliebt. Auch der „Long Ride“ nach München wurde auf einem Middleton-Pferd bewältigt, was ihre Robustheit unter Beweis stellt. Heute gibt es in dieser Linie nur noch sehr wenige eingetragene Hengste.
Streicher-Pferde
Bei dieser jüngeren Linie kaufte Thys Streicher 1973 zwei Nooitgedacht-Stuten für seine Söhne. Zunächst wurden sie von einem Nooitgedacht-Hengst gedeckt, und obwohl die jungen Männer von ihrem Charakter beeindruckt waren, wünschten sie sich ein besseres Reitpferd. Sie holten weitere einheimische Hengste hinzu und machten sich daran, ihre Herde zu vergrößern. Diese Linie ist für ihre lebhaften Bewegungen, ihren feinen Charakter und ihren bequemen Gang bekannt.
Namib-Pferd
Die Herkunft der Namib-Pferde ist umstritten, doch wie auch immer sie entstanden sind, handelt es sich wahrscheinlich um eine Kreuzung aus einheimischen afrikanischen und europäischen Tieren. Die raue Landschaft hat ein robustes Pferd hervorgebracht, doch die Bedingungen halten den Bestand sehr klein. 2001 gab es nur noch 96 Tiere, davon nur 34 Stuten. Das Verhältnis war so unausgewogen, dass es reine Junggesellenherden aus Hengsten gab. Diese überzähligen Hengste haben eine eigene Linie des Boerperds begründet, und die Kreuzungen bringen zuverlässig gute Ergebnisse. Interessanterweise hat sich dieses verwilderte Pferd unbekannter Herkunft unter den Linien des SA Boerperds etabliert.
Merkmale
Durchschnittliches Stockmaß 14 – 16 Hand
Exterieur
Der Kopf hat eine flache Stirn und markante Augen, das Profil ist gerade oder leicht konkav
Der Hals ist mittellang und gut geformt
Die Beine sind kräftig, trocken und muskulös
Die Hufe sind hart und gesund
Typische Fellfarben
Alle Farben
Charakter
Zuverlässig und aufmerksam
Ausgeglichenes Temperament
Mutig und intelligent
Ruhig und ehrgeizig
Verwendung
Landwirtschaftliche Arbeit
Distanzpferd
Kavallerie
Nützliche Links
SA Boerpard
Cape Boerperd Breeders Society
Weitere Bilder




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Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen