
Viele moderne Rassen verdanken dem Araber einen Teil ihres Erbguts. Der schöne und kraftvolle Araber gehört zu den Urquellen der Pferderassen der Welt. Er hat eines der bekanntesten Profile der Pferdewelt, und seine körperliche Schönheit wird durch einen zähen Geist und ein anpassungsfähiges Wesen ergänzt.
Herkunft
Die Rasse ist so alt, dass ihr tatsächlicher Ursprung unbekannt ist. Aufgrund der vorhandenen Belege gibt es mehrere Theorien. Möglicherweise stammen die Pferde von Wildpferden in Syrien, der südlichen Türkei und dem Irak am Nordrand des Fruchtbaren Halbmonds ab. Einer anderen Theorie zufolge kamen sie um 2500 v. Chr. aus dem Südwesten Arabiens – wo sie seither seit Jahrtausenden als Kriegspferde gezüchtet werden.
Unklar ist auch, wann das erste Araberpferd domestiziert wurde und wofür man es nutzte. Um 1500 v. Chr. waren Araberpferde jedoch nicht nur domestiziert, sondern wurden von den Stämmen der Region meisterhaft beherrscht. Diese Pferde bildeten die Grundlage für den heutigen Araber.
Al Khamsa
Der Begriff Al Khamsa bedeutet übersetzt „die Fünf“ und bezieht sich auf den Mythos um den Ursprung der Araberrasse. Der Legende nach waren die Fünf eine Gruppe von fünf Stammstuten, die die Rasse begründeten. Eine schöne Legende rund um eine außergewöhnliche Pferderasse. Asil bedeutet im Wesentlichen „rein“ und bezieht sich ebenfalls auf den Gründungsmythos. Heute hat der Begriff Al Khamsa eine nüchternere Bedeutung und bezeichnet meist ein Pferd mit Stammbaum, dessen Abstammung sich zurückverfolgen lässt.
Heute kann nur ein kleiner Teil der Araber eine rein wüstengezogene Abstammung vorweisen. Reine Linien (Asil) gibt es in mehreren Ländern, doch Dokumentation und beeidete Erklärungen sind nach wie vor gängige Praxis, um den Fortbestand reiner Blutlinien zu sichern.
Die Legende
Die Al-Khamsa-Legende hat einen religiösen Hintergrund, denn die fünf Stammstuten waren Mohammeds Lieblinge. Die Geschichte erzählt, dass Mohammed nach einem langen Marsch durch die Wüste seine Herde an einer Oase freiließ, damit sie ihren Durst stillen konnte. Als die Pferde auf das dringend benötigte Wasser zuliefen, blies er in sein Kriegshorn und rief sie damit an seine Seite zurück. Nur fünf der Stuten kehrten zu ihm zurück und wurden zu seinen Lieblingen in der Herde. Diese fünf Stuten begründeten die fünf Linien des reinen Al Khamsa. Beduinen schätzen ihre Stuten mehr als alle anderen Tiere; die Abstammung wird über die Mutterlinie bestimmt, und die Reinheit der Blutlinien ist von höchster Bedeutung. Das geht so weit, dass eine Stute, die von einem nicht reinblütigen Hengst gedeckt wird, und alle ihre künftigen Nachkommen nicht mehr als Asil gelten.
Die Fünf
Im Lauf der Jahrhunderte entstanden mehrere von Beduinen gezüchtete Linien. Auch wenn sie den fünf Stammstuten zugeschrieben werden, gehen sie in Wahrheit auf die sorgfältige und spezialisierte Zucht der Nomadenstämme zurück, die sie so schätzen. Jede Linie hat ihre eigenen körperlichen Merkmale, und drei davon sind am bekanntesten.
Abayyan oder Abeya – leicht und edel, bekannt für anmutige Bewegungen und Wendigkeit.
Hamdani – ein maskuliner Typ, schwerer und mit kraftvoller Athletik.
Hadban – größer und muskulöser, kraftvoll und bekannt für Ausdauer und Zähigkeit.
Keheilan oder Kuhaylan – kräftig und kompakt gebaut, gilt als das klassische Kriegspferd der Wüste.
Saglawi oder Seglawi – schlank und edel, geschätzt für seine feminine Schönheit.
Geprägt von Religion und Krieg
Der Prophet Mohammed trug maßgeblich dazu bei, den Araber in die übrige Welt zu bringen. Er wies seine Anhänger an, diese Tiere wertzuschätzen und die Stuten zu schützen, die weitere Fohlen zur Welt bringen würden. Die Pferde galten als Geschöpfe Gottes, und gute Reitkunst sollte im Jenseits belohnt werden.
Die Kriege der Muslime im 7. Jahrhundert n. Chr. trugen den Einfluss der Rasse immer weiter hinaus. Je weiter sich Nomaden und Krieger von ihrer Heimat entfernten, desto mehr mussten sie knappe Ressourcen mit ihren Pferden teilen, wodurch tiefe Bindungen zwischen Mensch und Tier entstanden. Bis in die jüngeren Jahrhunderte hielten die Beduinenstämme die Reinheit der Rasse streng aufrecht. Ihre wachsame Zucht war die treibende Kraft hinter dem Pferd, das wir heute als Araber kennen.
Veredelung anderer Bestände
Während sich die Rasse ausbreitete, gab sie ihre starken Blutlinien an viele europäische Rassen weiter. Als die christlichen Kreuzfahrer im 12. und frühen 13. Jahrhundert aus dem Osten zurückkehrten, brachten sie die Rasse mit. Auch die Erfindung der Feuerwaffen trug zur Beliebtheit der Rasse bei, da die schweren Ritterpferde durch kleinere, wendigere Kavalleriepferde ersetzt wurden.
Der Araber heute
Im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert fand in Europa eine Revolution der Pferdezucht statt, und Araber legten den Grundstein für das Englische Vollblut. Im 19. Jahrhundert gab es in ganz Europa Arabergestüte, und ihre Beliebtheit verbreitete sich rasch in Russland, Skandinavien und den USA. Heute gehören sie zu den beliebtesten Rassen in Amerika, und ihr Blut veredelt eine enorme Vielzahl von Rassen.
Merkmale
Durchschnittliches Stockmaß 14.1 – 15.1 Hand
Araber sind auf Schnelligkeit und Ausdauer gebaut, flink und effizient.
Unverwechselbare Rückenform
Hoch angesetzter Schweif
Charakteristischer Aufbau mit 17 Rippen, 5 Lendenwirbeln und 16 Schweifwirbeln.
Exterieur
Der Kopf ist keilförmig, mit eingesattelter Nasenlinie und edel
Das Maul ist klein, mit großen Nüstern
Die Augen sind groß und ausdrucksvoll
Die Ohren sind geschwungen
Der Hals ist gewölbt, mit feiner, klarer Ganasche
Der Körper ist kompakt mit kurzem Rücken
Der Schweif ist hoch angesetzt
Typische Fellfarben
Charakter
Temperamentvoll
Intelligent
Kühn
Verwendung
Veredelung anderer Blutlinien
Rennsport
Freizeitreiten
Schauen
Nützliche Links
Emirates Arabian Horse Society
Arabian Horse Association
Arabian Horse Society of Australia
Canadian Arabian Horse Registry
Arab Horse Society of South Africa
New Zealand Arab Horse Breeders’ Society
Arabian Jockey Club
Video
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen