
Der Keheilan-Araber gehört zu den ursprünglichen, reinen Stämmen des in der Wüste gezogenen Arabers. Diese reinen Stämme werden auch als Al Khamsa und Asil bezeichnet.
Herkunft
Der Begriff Al Khamsa bedeutet übersetzt „die Fünf“ und bezieht sich auf die Mythologie rund um die Entstehung des Arabers. Der Legende nach waren die Fünf eine Gruppe von fünf Stammstuten, die die Rasse begründeten – eine schöne Legende rund um eine außergewöhnliche Pferderasse. Asil bedeutet im Grunde „rein“ und bezieht sich ebenfalls auf den Gründungsmythos. Heute hat der Begriff Al Khamsa eine nüchternere Bedeutung und bezeichnet meist ein Pferd mit Stammbaum, dessen Abstammung sich zurückverfolgen lässt.
Heute kann nur ein kleiner Prozentsatz der Araber eine reine Wüstenabstammung vorweisen. Reine Stämme gibt es in mehreren Ländern, doch ihre Dokumentation und eidesstattliche Erklärungen sind nach wie vor üblich, um sicherzustellen, dass die reinen Blutlinien erhalten bleiben.
Die Legende
Die Al-Khamsa-Legende hat einen religiösen Hintergrund, denn die fünf Stammstuten waren die Lieblinge Mohammeds. Die Geschichte erzählt, dass Mohammed nach einem langen Marsch durch die Wüste seine Herde an einer Oase freiließ, damit sie ihren Durst stillen konnte. Als die Pferde auf das dringend benötigte Wasser zuliefen, blies er in sein Kriegshorn, um sie zu sich zurückzurufen. Nur fünf der Stuten kehrten zu ihm zurück und wurden so zu seinen Lieblingen in der Herde. Diese fünf Stuten begründeten später die fünf Stämme des reinen Al Khamsa. Die Beduinen schätzen ihre Stuten mehr als alle anderen Tiere; die Abstammung wird in der mütterlichen Linie gezählt, und die Reinheit der Blutlinien ist von höchster Bedeutung. Das geht so weit, dass eine Stute, die von einem nicht reinblütigen Hengst gedeckt wird, samt all ihren künftigen Nachkommen nicht mehr als Asil gelten kann.
Die Fünf
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden mehrere von Beduinen gezüchtete Stämme. Sie werden zwar den fünf Stammstuten zugeschrieben, gehen in Wahrheit aber auf die sorgfältige und spezialisierte Zucht der Nomadenstämme zurück, die sie wie einen Schatz hüten. Jeder Stamm hat seine eigenen körperlichen Merkmale, und drei dieser Stämme sind am bekanntesten.
Abayyan oder Abeya – leicht und edel, bekannt für anmutige Bewegungen und Wendigkeit.
Hamdani – ein maskuliner Typ, schwerer und mit großer athletischer Kraft.
Hadban – größer und muskulöser, kraftvoll und bekannt für Ausdauer und Robustheit.
Keheilan oder Kuhaylan – kräftig und kompakt gebaut, gilt als das klassische Kriegspferd der Wüste.
Saglawi oder Seglawi – schlank und edel, geschätzt für ihre feminine Schönheit.
Saudische Stämme
Hier ein kurzer Überblick über drei der verschiedenen Typen, die laut DAD-IS in Saudi-Arabien gezüchtet werden.

Bild von Kuhailan unter der Lizenz CC BY-SA 3.0
Keheilan
Zu den beliebtesten Stämmen für den Export gehört der Keheilan oder Koheilan, der wohl robusteste von allen; er wird als großes, kräftiges Pferd beschrieben. Der Legende nach war Koheyléh eine der fünf Stuten, die zu Mohammed zurückkehrten, und als sie zurückkam, bestrich er ihre Augen mit Kajal und gab ihr so ihren Namen. Geschätzt wird dieser Stamm für seinen soliden Körperbau, seine größere Körpermasse, seine Ausdauer und sein Durchhaltevermögen.
Man nimmt an, dass er von Beduinen aus dem zentralen Saudi-Arabien stammt, und angeblich wurde er Mitte des 17. Jahrhunderts vom Osmanischen Reich für dessen Kavallerie gezüchtet. Später, im 19. Jahrhundert, führte der polnische Graf Wacław Seweryn Rzewuski diese Pferde in sein Gestüt ein und nannte sie „ganz Blut und Feuer“.
Merkmale
Durchschnittliches Stockmaß 14.6 Hand
Gilt als „männlicher“ Typ
Exterieur
Der Kopf ist keilförmig, edel und hechtköpfig
Kleines Maul mit großen Nüstern
Große, ausdrucksvolle Augen
Kurze, gebogene Ohren
Der Hals ist gewölbt, mit feiner, trockener Ganasche
Die Brust ist tief
Der Körper ist kompakt mit kurzem Rücken
Der Schweif ist hoch angesetzt
Typische Fellfarben
Einfarbige Farben
Charakter
Temperamentvoll
Intelligent
Mutig
Verwendung
Veredelung anderer Blutlinien
Rennsport
Freizeitreiten
Schauwettbewerbe
Distanzreiten
Weitere Bilder

Video
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen