Brauner als Grundfarbe beim Pferd

Es gibt vier Grundfarben beim Pferd: Rappe, Fuchs, Brauner und Schwarzbrauner. Diese vier Grundfarben bringen zusammen mit verschiedenen Modifikatoren und Aufhellungen das riesige Spektrum einfarbiger Pferdefarben hervor. Rappen und Braune gehen auf das Agouti-Gen zurück, und es ist das dominante Agouti-Allel, das dafür sorgt, dass schwarze Haare auf die Points beschränkt bleiben. Der Braune ist wohl eine der bekanntesten Pferdefarben und kommt in einer großen Vielfalt an Schattierungen vor. Alle lassen sich optisch an ihren schwarzen Points (Mähne, Schweif und Beine) erkennen.
Faszinierendes Agouti
Das Agouti-Gen steuert, wie weit die schwarzen Haare begrenzt werden, und ermöglicht so die Bandbreite an Körperfarben, die wir als Braun bezeichnen – von rötlich bis fast gelb. Zwischen den meisten Braun-Typen gibt es keine genetischen Unterschiede, allerdings war ein durch Dun (Falbfaktor) veränderter Wildbrauner möglicherweise eine Farbe, die schon bei den Vorfahren unserer Pferde vorkam.
Rassen mit Braunen
Braune findet man in fast allen Rassen, aber nur sehr wenige werden ausschließlich auf diese Farbe gezüchtet. Der Cleveland Bay, der Bardigiano und der Clydesdale sind wohl am bekanntesten für ihr kräftig rotes Fell.
Braun-Schattierungen
Es gibt eine große Vielfalt an Brauntönen, die je nach Tier und Rasse stark variieren. Meist lassen sie sich den folgenden allgemeinen Kategorien zuordnen, wobei es Überschneidungen und regionale Unterschiede gibt.
MahagonibraunerDer dunkelste der Brauntöne: Das Körperfell reicht von fast schwarz bis zu einem tiefen rötlichen Braun. Mähne und Schweif sind schwarz.
BlutbraunerDer feurigste der Brauntöne: Blutbraune reichen von fast violett bis zu einem tiefen Blutrot, Mähne und Schweif sind schwarz.
KupferbraunerWahrscheinlich der leuchtendste der Brauntöne: Kupferbraune reichen von hellem bis dunklem rötlichem Orange, Mähne und Schweif sind schwarz.
StandardbraunerDie häufigste Braunfärbung: Standardbraune zeigen eine Reihe tiefer, rötlich brauner Töne, Mähne und Schweif sind schwarz.
GoldbraunerDer hellste und weniger häufige Braunton: Goldbraune zeigen blasse, rötlich goldene Brauntöne, Mähne und Schweif sind schwarz.
WildbraunerSie gelten als echte Braune, mit tiefrotem bis goldenem Fell und schwarzen Points. Die schwarze Beinfärbung reicht nur bis zur Fessel.
Modifikatoren bei Braunen
Der Braun-Modifikator kann auch mit anderen Modifikatoren zusammenwirken und so den Regenbogen der Pferdefarben noch erweitern.
Pangare-ModifikatorMealy (Mehlmaul) zeigt sich durch eine Aufhellung der Soft Spots des Tieres, meist an Maul, Bauch, Flanken, Ellbogen und Augen.
Sooty-Modifikator bei BraunenDer Sooty-Modifikator (Rußfaktor) gilt als eine Form der Tarnung und lässt entlang der Oberlinie und an den Points schwarze Haare wachsen.
Sooty-Modifikator bei BuckskinsBuckskins mit Sooty sind Braune mit einer einfachen Dosis des Cream-Gens und dem Sooty-Gen. Das kann eine wunderschöne Apfelung im Fell hervorbringen.
Aufhellungen bei Braunen
Neben anderen Modifikatoren können Braune auch von Aufhellungsgenen beeinflusst werden. Daraus entstehen einige der beliebtesten Pferdefarben, darunter Palomino, Buckskin und Dun.
Einfache Cream-AufhellungDer Buckskin hat eine weiche Goldfarbe mit dunklen Points und entsteht durch eine einfache Dosis des Cream-Aufhellungsgens bei einem Braunen.
Doppelte Cream-AufhellungPerlinos sind reinweiß mit rosa Haut und blauen Augen und entstehen durch eine doppelte Dosis des Cream-Aufhellungsgens bei einem Braunen.
Dun-AufhellungEin Brauner mit Dun-Aufhellung ist wahrscheinlich der häufigste Dun-Ton und bringt eine Reihe gelber Fellfarben hervor, Mähne und Schweif sind dunkel.
Silver-AufhellungDie Silver-Aufhellung (Windfarbe) wirkt nur auf schwarze Haare und bringt einen Braunen mit flachsfarbener Mähne, flachsfarbenem Schweif und dunkel schokoladenbraunen Points hervor.
Champagne-AufhellungChampagne wirkt bei einem Braunen weniger stark: Sie hellt den Körper zu einem goldroten Ton auf, während Mähne, Schweif und Points dunkelbraun bleiben.
Weißmuster bei Braunen
Braune können von allen Weißmustern beeinflusst werden, und gerade die braune Färbung bringt unglaublich farbenfrohe gefleckte Tiere hervor (denken Sie an dreifarbige Schecken).
Schimmel-WeißmusterUnter dem Einfluss des Schimmel-Modifikators werden Braune braun geboren und werden mit zunehmendem Alter grau. Im frühen Stadium nennt man sie Rosenschimmel.
Appaloosa-WeißmusterAppaloosa-Weißmuster sind eine Ausprägung des Leopard-Komplexes und zeigen eine riesige Vielfalt an Fleckenmustern.
Schecken-WeißmusterAppaloosa-Weißmuster sind eine Ausprägung des Leopard-Komplexes und zeigen eine riesige Vielfalt an Fleckenmustern.
Roan-WeißmusterDas Roan-Weißmuster (Stichelhaar) erzeugt bei einem Braunen einen rosafarbenen Ton, Mähne, Schweif und Points bleiben jedoch schwarz.
Rabicano-WeißmusterDas Rabicano-Weißmuster ähnelt bei einem Braunen dem Roan; am besten erkennt man Rabicano am Stinktierschweif (Skunk Tail).
Weitere Farben
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen