Pferdespaß

Des Arabers Abschied von seinem Ross

· The Equinest

Nahaufnahme eines Mannes mit einem Pferd
Das heutige Pferdegedicht heißt „The Arab’s Farewell to His Steed“ (Des Arabers Abschied von seinem Ross) und stammt von Caroline Norton. Ich weiß nicht genau, wann sie es geschrieben hat, aber sie lebte von 1808 bis 1877.

Des Arabers Abschied von seinem Ross

Mein Schöner! Mein Schöner! Der du so sanftmütig bei mir stehst,
mit stolz gewölbtem, glänzendem Hals und dunklem, feurigem Blick!
Sehne dich nicht danach, mit Flügelschnelle durch die Wüste zu streifen:
Ich darf dich nie wieder reiten – du bist verkauft, mein arabisches Ross!

Scharre nicht mit ungeduldigem Huf, wittere nicht den frischen Wind,
je weiter du nun fliegst, desto weiter bleibe ich zurück.
Der Fremde hält deinen Zügel – dein Herr hält sein Gold;
du Schöner mit den flinken Beinen, leb wohl! – du bist verkauft, mein Ross, verkauft.

Leb wohl! Diese freien, unermüdlichen Glieder müssen so manche Meile ziehen,
bis sie den kalten, winterlichen Himmel erreichen, der über dem Heim des Fremden hängt.
Eine andere Hand, weniger liebevoll, muss dir nun Futter und Lager bereiten;
die seidige Mähne, die ich einst flocht, wird nun ein anderer pflegen.

Die Morgensonne wird wieder aufgehen, doch nie mehr werde ich mit dir
über die Wüstenpfade galoppieren, wo wir so oft gemeinsam waren;
der Abend wird sich über die Erde senken, und über die sandige Ebene
wird mich ein anderes Ross mit langsamerem Schritt nach Hause tragen.

Ja, du musst gehen! Fort vom wilden, freien Wind, von strahlender Sonne und Himmel,
vom Heim deines Herrn – von all dem muss mein Verbannter nun fort.
Dein stolzes dunkles Auge wird weniger stolz, dein Schritt weniger flink,
und vergeblich wirst du den Hals wölben, um der Hand deines Herrn entgegenzukommen.

Nur im Schlaf werde ich dies dunkle, hell blitzende Auge sehen;
nur im Schlaf werde ich wieder diesen Schritt hören, so fest und leicht;
und wenn ich im Traum den Arm hebe, um dich zu zügeln oder anzutreiben,
dann werde ich hochschrecken und erwachend spüren – du bist verkauft, mein arabisches Ross.

Ach, dann mag, von mir ungesehen, eine grausame Hand dich roh strafen,
bis Schaumkränze wie Wellenkämme an deiner keuchenden Flanke liegen,
und dein edles Blut in empörtem Schmerz anschwillt,
bis gleichgültige Augen, die auf dir ruhen, jede hervortretende Ader zählen können.

Werden sie dich misshandeln? Wenn ich dächte – doch nein, das kann nicht sein.
Du bist so schnell und doch so leicht zu lenken, so sanft und doch so frei;
und doch, wenn sich dies einsame Herz nach dir sehnen sollte, wenn du fort bist –
kann die Hand, die dich jetzt verstößt, dir befehlen, zurückzukehren?

Zurückkehren! – Ach, mein arabisches Ross! Was soll dein Herr nur tun,
wenn du, der du seine ganze Freude warst, seinem Blick entschwunden bist?
Wenn die trübe Ferne mein Auge täuscht und durch die aufsteigenden Tränen
deine strahlende Gestalt für einen Augenblick wie eine trügerische Fata Morgana erscheint?

Langsam und zu Fuß werde ich umherziehen, allein mit müdem Schritt,
wo du mich so oft mit flinkem Schritt und freudigen Sprüngen getragen hast;
und wenn ich mich an jenem grünen Brunnen niederlasse, halte ich inne und denke traurig:
„Hier hat er seinen glänzenden Hals gebeugt, als ich ihn zuletzt trinken sah!“

Als ich dich zuletzt trinken sah! – Fort damit! Der Fiebertraum ist vorbei!
Ich könnte keinen Tag leben in dem Wissen, dass wir uns nie wiedersehen!
Sie haben mich in Versuchung geführt, mein Schöner! Denn die Macht des Hungers ist groß –
sie haben mich in Versuchung geführt, mein Schöner! Doch ich habe dich zu lange geliebt.

Wer sagt, ich hätte dich aufgegeben? Wer sagt, du wärst verkauft?
Das ist nicht wahr! – Das ist nicht wahr, mein arabisches Ross! Ich werfe ihnen ihr Gold zurück!
So, so springe ich auf deinen Rücken und jage über die fernen Ebenen!
Fort! Wer uns jetzt noch einholt, mag dich als Lohn für seine Mühe behalten!

Schwere Kost

Wenn es um Pferde geht, ist Dichtung oft schwere Kost, denn meist geht es um Pferde im Krieg. Wenn Sie etwas Leichteres bevorzugen, schauen Sie sich unbedingt einen besonders pferdelastigen Auszug aus Love Chase von James Sheridan Knowles an.

Pferde in der Dichtung

Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen