Interviews
Interview mit einer Pferdekünstlerin – Sharon Crute
Sharon Crute, dynamische Pferdemalerin
Ocala, Florida
Website & Orte, an denen Sie meine Arbeiten online finden
Website: www.sharoncrute.com
Blog Art of Horse Racing: scrute.blogspot.com
Facebook: Sharon Crute
Folgen Sie Sharon auf Twitter: @srcrute
Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Ich bin in Rhode Island geboren und aufgewachsen und fing mit etwa zwölf Jahren an, in einem Stall in der Nähe zu reiten, der Pferde vermietete. Bald darauf fragte ich nach einem Job und wurde als Rittführerin für die Wochenenden, Schulferien und Sommer eingestellt.
Ganz in der Nähe lag eine Rennbahn, Lincoln Downs (heute ein Casino und eine Windhundrennbahn), die auf dieses pferdeverrückte Kind einen faszinierenden, gefährlichen Reiz ausübte. Ich bettelte meinen Vater an, mit mir zu den Rennen zu gehen, und er tat es widerwillig und schwindelte beim Alter, damit ich durch den Eingang kam.

Im Sommer, als ich fünfzehn war, schlich ich mich in den Stallbereich der Rennbahn und bekam einen Job als Hot Walker (Pferdeführerin zum Abkühlen). Es war 1969, und damals mussten Frauen das Rennbahngelände bis Sonnenuntergang verlassen haben.
Mein Chef half mir in einer Halle hinter den Ställen auf ein Pferd, und das war ein Skandal! Sie müssen wissen, dass nur eine Handvoll Frauen auf der Rennbahn arbeitete und noch weniger aufs Pferd stiegen oder als Begleitreiterinnen ritten. Die Jockeys unter den Frauen sollten ihren Fall erst 1973 vor den Supreme Court bringen.
Wann haben Sie angefangen, Pferde zu malen?
Schon als kleines Kind habe ich mich fürs Zeichnen interessiert, und mein Vater versuchte, mich von der Rennbahn weg und hin zu einer künstlerischen Laufbahn zu lenken. Ich wurde mit Kursen und Material gefördert, doch richtig ernsthaft habe ich erst nach meinem Abschluss an der Kunsthochschule 1978 angefangen, Pferde zu malen. 1980 heiratete ich einen Vollbluttrainer, und dann ging es los auf die Rennbahn!

Was kam zuerst, Ihre Liebe zu Pferden oder Ihre Liebe zur Kunst?
Ganz klar die Pferde. Ich besaß jede Menge Pferdebücher und alles andere, was mit Pferden zu tun hatte. Ich klebte am Fernseher und sah Sendungen wie Flicka und Fury. Und natürlich Rennfilme wie Kleines Mädchen, großes Herz (National Velvet). Erinnert sich noch jemand an den Film „Kentucky“? Mein absoluter Lieblingsfilm.
Sie malen Pferde aus vielen verschiedenen Disziplinen. Welche ist Ihre persönliche Lieblingsdisziplin?
Meine Leidenschaft ist der Rennsport. Er geht einem ins Blut, und dann ist man süchtig und für immer verloren!
Die Branche steht derzeit vor Veränderungen und Problemen, deshalb habe ich auch in anderen Bereichen gearbeitet, etwa Springreiten und Fuchsjagd. So schön diese Disziplinen auch sind, für mich sind sie einfach nicht so dynamisch und kraftvoll wie der Rennsport.

Wer hat Sie am meisten beeinflusst?
Ich studiere verschiedene Meister, um herauszufinden, wie ich Leidenschaft und Bewegung in meine Bilder bringen kann. Die Pferde von Caravaggio, Rubens, Delacroix und Géricault können mich mit ihren romantischen und packenden Allegorien zu Tränen rühren. Zu meinem zehnten Geburtstag nahmen mich meine Eltern mit ins Metropolitan Museum in New York, wo ich zum ersten Mal Rosa Bonheurs „Der Pferdemarkt“ sah. So großartig in Größe und Ausführung – ich war überwältigt. Remington ist eine großartige Quelle für unsentimentale und doch wild dargestellte Pferde. Wir Künstler arbeiten im neuen Jahrtausend jedoch in einem völlig anderen Rahmen und unter anderen Einflüssen. Wir müssen malen, wer wir in der Gegenwart sind.
Haben (oder hatten) Sie ein Tier, das die Muse hinter Ihrer Arbeit ist?
Kein bestimmtes. Ich habe eine Schwäche für heißblütige Pferde wegen ihres Temperaments, ihrer Intelligenz und ihres explosiven Wesens. Genau diese Neigung zu einem unberechenbaren Temperament zieht mich an. Wissen Sie, ich habe über fünfundzwanzig Jahre auf Rennbahnen im ganzen Land verbracht und fast jede Position durchlaufen, vom Hot Walker bis zur Rennoffiziellen. Ich wurde gebissen, getreten, überrollt, geschlagen, angesprungen, gequetscht und bin öfter mit Pferden durchgegangen, als ich zugeben möchte. Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.
In meiner künstlerischen Welt regieren die Vollblüter, und sie bleiben immer meine kostbare Muse.

Haben Sie geheime Rituale, die Ihnen helfen, sich auf Ihre Kunst einzustimmen?
Eigentlich nicht. Ich bin äußerst diszipliniert und versuche, jeden Tag feste Zeiten im Atelier einzuhalten, ganz wie bei einem normalen Job. Wenn ich mal keine Lust zum Arbeiten habe, bringt mich meist schon der Geruch der Farbe in Stimmung. Hingehen ist schon die halbe Miete.
Gibt es einen bestimmten Ort, der Sie inspiriert?
Rennbahnen natürlich, und manchmal kann es schon inspirierend sein, Rennsender wie HRTV und TVG zu schauen, vor allem, wenn kreative Kameraperspektiven eingesetzt werden. Auch das Spiel des Lichts mit verschiedenen Farbeffekten kann faszinierend sein. Ich habe das Glück und den Segen, in einer spektakulär schönen Pferdegegend zu leben.

Welchen Einfluss wird das Internet Ihrer Meinung nach auf die Kunst im Allgemeinen haben?
Einen enormen Einfluss. Das Internet bringt die Kunst zu den Menschen und die Menschen zur Kunst, besonders diejenigen, die nie die traditionellen Orte wie Museen und Galerien besuchen würden.
Hat es Einfluss auf Ihre Kunst gehabt?
Für uns Künstler ist das Internet ein ständig wachsendes Werkzeug, um unsere Arbeiten kostengünstig und mit unbegrenzten Möglichkeiten zu vermarkten. Ich glaube, die meisten Sammler wollen die Werke verständlicherweise immer noch mit eigenen Augen sehen, aber die Erreichbarkeit potenzieller Kunden über das Internet kann wunderbar nützlich sein, um die Arbeiten sichtbar zu machen und den begehrten ersten Kontakt herzustellen. Auch soziale Medien sind ein hervorragendes Mittel, um mit einer Marketingkampagne viral zu gehen.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingswerk?
Ich habe ein Ölbild namens „Steamin’“ gemalt, das meinen Mann zeigt, wie er ein Pferd nach dem Training abwäscht. Das Ende des geknoteten Führstricks steckt in der vorderen Tasche seiner Jeans, und das Pferd steht ruhig da, während Dampf von seinem heißen Fell aufsteigt. Das frühe Morgenlicht spiegelt sich auf diesen schäbigen nassen Gummimatten und scheint durch den Waschkübel. Mein Mann ist überzeugt, dass ein Pferd besser stillsteht, wenn ihm niemand am Kopf hängt.
Würden Sie es jemals verkaufen?
Nein, aber ich habe gelernt, niemals nie zu sagen. Alles hat seinen Preis!
Wofür begeistern Sie sich sonst noch?
Ich fahre sehr gern Kanu auf den vielen Flüssen hier in Zentralflorida. Die Natur nährt die Seele, und ich habe eine morbide Faszination für Alligatoren und versuche, ihnen so nah wie möglich zu kommen.
Musik ist mir wichtig, ebenso mein Mann, zwei Katzen, verschiedene Tiere und Vögel, die ich im Garten füttere, und ab und zu ein Abend im Billardsalon um die Ecke!

Arbeiten Sie an etwas Neuem?
Ja! Ich habe gerade den Mietvertrag für ein neues Atelier mit Galerie in einem Ladenlokal in der Innenstadt von Ocala unterschrieben. Das ist ein riesiges und aufregendes Vorhaben für mich, denn ich habe jahrelang von zu Hause aus gearbeitet. Und es ist auch ein logischer nächster Schritt, denn meine Leinwände sind groß, und es ist für mich wie auch für Galerien schwierig, sie angemessen zu präsentieren.
Ich habe mir eine Partnerin ins Boot geholt – eine sehr bekannte Landschaftsmalerin –, um der Kundschaft ein vielfältigeres Kunstangebot zu bieten. Die Innenstadt von Ocala wird gerade wiederbelebt, und als Künstlerin freue ich mich, ein Teil davon zu sein. Historisch gesehen hat die Kunst bei der Erneuerung vernachlässigter Viertel immer eine wichtige Rolle gespielt.

Demnächst mehr
Vielen Dank an Sharon für das Interview und dafür, dass sie ihre Arbeiten mit uns geteilt hat. Schauen Sie regelmäßig auf ihrer Kunst-Website vorbei, um ihre neuesten Werke zu sehen.
Bleiben Sie auch dran für weitere Interviews mit Pferdekünstlern und Fotografen.
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Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen