Interviews
Interview mit der Pferdefotografin Juliet R Harrison
Name
Juliet R Harrison
Website & wo Sie meine Arbeiten online finden
Website: www.lechevalthehorse.com
Blog: www.lechevalthehorse.blogspot.com
Smugmug: Juliet Harrison Photography
Facebook: Juliet R Harrison
Online-Galerien: Carrie Haddad Gallery, The Cache Gallery & Equidae
Mein neues Buch: White Horses
Folgen Sie Juliet auf Twitter: @lecheval
Wo ich lebe
Red Hook, New York (im Mid-Hudson Valley, 100 Meilen direkt nördlich von New York City).
Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Ich bin in einer wunderbaren Kleinstadt an der Nordküste von Long Island geboren und aufgewachsen, in Huntington, New York. Ich verbrachte mein Leben damit, durch die Wälder zu streifen, und lebte im Sommer praktisch am Strand.
Pferde waren schon früh meine Leidenschaft, seit ich mit 5 Jahren einen kleinen Band mit Schwarz-Weiß-Fotos verschiedener Pferderassen geschenkt bekam. Reitstunden und mehrere Jahre in Reitferienlagern waren alles, was diese Leidenschaft nährte.

Wann haben Sie Ihr erstes Foto gemacht?
Einen großen Teil meiner Kindheit verbrachte ich damit, nach New York City zu fahren, um Museen, das Ballett und das Theater zu besuchen. Bestimmte Säle im MoMA und im Met sind mir bis heute als heilige Orte in Erinnerung.
Ich erinnere mich, dass ich immer eine Kamera dabeihatte. Ich glaube, meine Eltern fanden es richtig, dass ein Kind sein Leben dokumentieren kann.
Welche Kamera haben Sie damals benutzt?
Ich erinnere mich mit großer Zuneigung an eine ganz bestimmte Brownie-Kamera. Ich habe meine eigenen Fotoalben angelegt und sie mir oft angesehen. Fotos von Freunden und Familie. Erinnerungen an Ferienlager. Orte, die wir besuchten, wurden fotografiert.
Meine erste „ernsthafte“ Kleinbildkamera bekam ich erst nach meinem College-Abschluss. Ein Geschenk meiner Schwester. Es war ihre Kamera, eine Canon FTb. Seitdem benutze ich Canon-Kameras.

Welche Kamera benutzen Sie heute?
Ich bin eine traditionelle Filmfotografin. Meine Hauptkamera ist heute eine Canon EOS Elan 7N mit einigen Zoomobjektiven. Meine gesamte Ausrüstung kaufe ich gebraucht, und viel professionelles Equipment habe ich nicht.
Ich glaube, dass der Fotograf das Bild macht, nicht die Kamera.
Ich arbeite mit Schwarz-Weiß-Film, den ich in meiner Dunkelkammer im Keller selbst auf Silbergelatinepapier abziehe. Für mich ist das sehr stark eine Kunstform der Handarbeit. Die alte Schule, und sehr befriedigend.
Alle meine Arbeiten werden in limitierten Auflagen von 15 Stück und in bestimmten Formaten abgezogen, weil ich finde, dass der Maßstab bei Bildern wichtig ist.
Wenn Sie sich eine beliebige Kamera aussuchen könnten (unabhängig vom Preis), welche wäre das?
Meine Traumkamera habe ich mir erst letzten Winter gekauft. Es ist eine Hasselblad 500 C/M, eine Mittelformat-Filmkamera, die vielleicht etwa 50 Jahre alt ist. Sie erzeugt ein quadratisches Negativ von 2 ¼ Zoll. Das ist ein größeres Negativ als beim Kleinbild und bietet mir mehr Details und die Möglichkeit, größer abzuziehen, ohne an Bildqualität zu verlieren.
Aber im Moment lerne ich, quadratisch zu sehen. Das ist etwas ganz anderes als das rechteckige Kleinbildformat, an das ich gewöhnt bin. Gegen eine Leica-Messsucherkamera im Kleinbildformat hätte ich irgendwann auch nichts einzuwenden.

Wer sind Ihre wichtigsten Einflüsse?
Meine Einflüsse stammen eher nicht aus der Fotografie. Wegen meiner Kindheitserlebnisse fühle ich mich stärker von Malern, Bildhauern und Designern beeinflusst. Vor allem von den Modernisten.
Ich liebe die Arbeiten von Georgia O’Keeffe, Henry Moore, Franz Marc, Boccioni sowie die Designarbeiten von Charles und Ray Eames, Eero Saarinen und Frank Lloyd Wright. Außerdem habe ich eine starke Affinität zu primitiver und asiatischer Kunst.
Unter den Fotografen haben mich Edward Weston, Judith Turner und Frederick Sommer am stärksten beeinflusst. Ich glaube, meine Arbeit spiegelt diesen starken modernistischen Einfluss wider.

Wie kamen Sie dazu, Pferde zu fotografieren?
Ernsthaft mit der Fotografie begann ich Ende zwanzig. Meine Arbeiten waren damals vor allem Architekturaufnahmen. Mit dem Schwerpunkt auf Licht, Textur und Schatten. Ich isolierte Teile von Gebäuden und Objekten. 1991, mit 33 Jahren, erwarb ich an der Cranbrook Academy of Art in Michigan einen MFA in Fotografie.
Erst vor etwa 6 Jahren begann ich, vorwiegend mit Pferden zu arbeiten.
Vor 11 Jahren fing ich wieder mit Reitstunden an, und 4 Jahre später kaufte ich mein erstes Pferd. Meine Kameras zu Pferdeveranstaltungen mitzunehmen, schien eine natürliche Entwicklung zu sein.
Ich begann mit einigen Rodeos in der Region. Ich arbeitete mit der extremen Action, eingefroren im kleinen Bildausschnitt. Von dort hat sich meine Arbeit zu intimen Bildausschnitten weiterentwickelt. Das Pferd wird fast abstrahiert.
Wie bei der Architektur, die ich früher fotografiert habe, arbeite ich mit Licht, Textur und Schatten, wie sie auf Muskelgruppen, Knochen und Fellzeichnungen erscheinen.
Ihre Lieblingspferderasse?
Ich habe keine bestimmte Lieblingsrasse. Es spielt sogar keine Rolle, ob es sich um ein Turnierpferd oder einen Esel hinterm Haus handelt. In meiner Welt sind sie alle fotogen.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich gern mit den großen, massigen Flächen der Kaltblüter arbeite. Und mich interessiert der unterschiedliche Körperbau der verschiedenen Rassen und was er meinen Bildern bieten kann.
Meine Arbeiten entstehen größtenteils aus eigenem Antrieb, deshalb gehe ich zu allen Pferdeveranstaltungen und in alle Ställe, die ich erreichen kann, um meine Aufnahmen zu machen. Ich würde gern auf diese Weise die Welt bereisen. Mit der Kamera in der Hand.

Welche Auswirkungen wird das Internet Ihrer Meinung nach auf Kunst und Fotografie im Allgemeinen haben?
Ich bin mir unsicher, was ich von den Auswirkungen des Internets halten soll. Oder genauer gesagt: Mehr Sorgen bereiten mir die Auswirkungen des Computers ganz allgemein auf die Welt der Fotografie.
Das digitale Zeitalter hat die Kamera und die Mittel der Kunstproduktion in jedermanns Hände gelegt. Einerseits begrüße ich die Innovation, die die Fähigkeit, Kunst zu schaffen, wieder zu den Massen bringt und aus den Händen der Elite nimmt.
Andererseits sieht es so aus, als bedeute das den Untergang für Traditionalisten wie mich. Da es immer weniger Fotografen mit Dunkelkammer gibt, geben die Hersteller unserer Materialien (Filme, Chemikalien, Papiere) scharenweise auf. Dadurch werden die verbliebenen Materialien schwerer zu bekommen und viel teurer.
Es ist auch viel schwieriger, der Öffentlichkeit den Unterschied zwischen einem von Hand abgezogenen Bild und einem digital hergestellten verständlich zu machen. So werden sowohl das Schaffen als auch die Vermarktung der Arbeiten schwieriger.

Hat es Auswirkungen auf Ihre gehabt?
Das Internet selbst hat den Zugang zu geteilten Informationen, Unterstützungsangeboten für Künstler und Vermarktungsmöglichkeiten in greifbare Nähe gerückt.
Ich liebe es, dass ich jetzt Kollegen auf der ganzen Welt habe. Und Sammler, die meine Arbeiten sonst nie gesehen hätten. Vor Kurzem habe ich einen Fotoband veröffentlicht. Er wurde über das Internet gedruckt, und ich verkaufe ihn auch auf diesem Weg.
Als aufstrebende Künstler haben wir plötzlich die Mittel, unsere Arbeiten selbst zu vermarkten. Das ist gewaltig.
Welches ist Ihr persönliches Lieblingsbild?
Die Arbeit, die mir am meisten am Herzen liegt, ist die Serie, die ich Equiscapes nenne. Diese Bilder verkörpern alles, was ich sowohl über die Fotografie als auch über Pferde sagen möchte.

Sie sind Abstraktionen des Körpers, die in Wahrheit eine visuelle Berührung sind. Sie zeigen, was jemand, der mit Pferden arbeitet, sieht und fühlt. Aus nächster Nähe. Nicht das Ganze, sondern den Teil, auf dem Ihre Hand liegt, den Ihr Auge sucht.
Der Trainer, der eine bestimmte Muskelgruppe beobachtet, um zu sehen, wie sie arbeitet. Der Pfleger, der Schulter, Schweif oder Bein berührt. Das sollen diese Bilder hervorrufen.
Und dann noch etwas mehr. Einen Teil der Welt selbst. Die Landschaft in Pferdegestalt. Dafür brenne ich am meisten. Ich bin eine Künstlerin, die mit dem Medium Fotografie arbeitet und das Pferd als Motiv nutzt, um zu meinen Betrachtern über die Welt zu sprechen, wie ich sie sehe und fühle.
Demnächst mehr
Vielen Dank an Juliet, dass sie unsere Fragen beantwortet und ihre Fotografie mit uns geteilt hat. Abonnieren Sie unbedingt ihren Fotografie-Blog, um bei ihren neuesten Aufnahmen auf dem Laufenden zu bleiben.
Und bleiben Sie dran – es folgen weitere Interviews mit Pferdemalern und Fotografen.
Sind Sie Fotograf oder kennen Sie einen Pferdefotografen, den Sie hier gern vorgestellt sähen? Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Website in den Kommentaren unten oder schreiben Sie mir, um mitzumachen.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen