Interviews

Lindsay Bryant – Interview mit der Pferdekünstlerin

· The Equinest

Name
Lindsay Bryant

Website & Orte, an denen man meine Arbeiten online findet
www.horsesbylindsay.weebly.com
Galerie Primary Colors in Jordan, MN

Wo ich bin
Mittlerer Westen, Minnesota

Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund & woher kommen Sie?
Ich habe vor Kurzem meinen B.A. in Bildender Kunst gemacht. Mein Schwerpunkt liegt auf der Malerei (meist in Öl), aber ich beziehe zunehmend auch Fotografie in meine Arbeit ein. Ich bin mit Malbüchern aufgewachsen und wusste immer, dass ich professionelle Künstlerin werden wollte. Geboren wurde ich zwar in Wyoming, doch die meisten meiner Jahre habe ich in Minnesota verbracht.

Auch wenn ein großer Teil meiner Inspiration aus dem amerikanischen Westen stammt, genieße ich die wunderschöne Schöpfung des Mittleren Westens ebenso sehr.

Lindsays Arbeiten

Was war zuerst da, die Kunst oder die Pferde?
Die Kunst kam lange vor den Pferden. Ich weiß noch, wie ich mit drei Jahren mit den bunten Textmarkern meiner Mutter in ihren Büchern herumgekritzelt habe, und seitdem habe ich einfach meine Wachsmalstifte gegen Pinsel eingetauscht. Ich kannte immer jemanden, der Pferde hatte, und bin mit den Pferden der Nachbarn nur einen Steinwurf von unserem Garten entfernt aufgewachsen. Doch erst vor etwa sieben Jahren hat mich das Pferdefieber gepackt, mit dem so viele junge Mädchen einfach geboren zu sein scheinen.

Malen Sie auch andere Motive, oder sind Sie ausschließlich Pferdekünstlerin?
Meine Inspiration kommt vor allem vom Pferd, aber ich lasse mich auch stark von der natürlichen Schönheit von Landschaften und Natur inspirieren, daher bleiben meine Motive recht fokussiert. Allerdings interessiere ich mich auch für Muscle Cars und dafür, wie eng sie mit dem Pferd verbunden sind. Wir messen unsere Automotoren in „Pferdestärken“, wir fahren Mustang-Cabrios, und doch vergessen wir gern, dass wir einst für unser wichtigstes Fortbewegungsmittel auf ein bloßes Zugtier angewiesen waren.

Lindsays Arbeiten

Die andere Verbindung zwischen Muscle Car und Pferd (genauer gesagt dem wilden Mustang), die mich anzieht, ist das amerikanische Symbol, zu dem beide geworden sind.

Wer sind Ihre wichtigsten Einflüsse?
Am meisten identifiziere ich mich mit dem Werk des Künstlers und Cowboys Charles M. Russell aus dem 19. Jahrhundert. Seine Arbeiten erzählen die Geschichte des Wilden Westens und spiegeln zugleich seine eigenen Erfahrungen damit wider. Beeinflusst hat mich auch Richard Prince mit seiner Muscle-Car-Sammlung und seiner Marlboro-Man-Serie. Mein jüngster Einfluss ist jedoch die zeitgenössische Schwarz-Weiß-Filmfotografie von Juliet Harrison, die ebenfalls Pferdekünstlerin ist.

Lindsays Arbeiten

Haben Sie (oder hatten Sie) ein Tier, das die Muse hinter Ihrer Arbeit ist?
Von all den Pferden, die ich gesehen habe oder denen ich begegnet bin, sind mir einige besonders im Gedächtnis geblieben. Ich glaube aber nicht, dass ein bestimmtes Pferd zu meiner Muse geworden ist. Wenn ich einmal die Gelegenheit bekomme, ein eigenes Pferd zu adoptieren, wird es ganz sicher mein wichtigster Einfluss werden.

Haben Sie geheime Rituale, die Ihnen helfen, in die richtige Stimmung für Ihre Kunst zu kommen?
Meistens komme ich „in Stimmung“, indem ich gute Countrymusik höre oder klassische Klaviermusik auflege – das hängt ganz von meiner Laune an dem Tag ab.

Stampede

Wie würden Sie Ihre Arbeit beschreiben?
Mich hat es schon immer zu einer gegenständlichen oder realistischen Arbeitsweise hingezogen.

Ich versuche, meine Pferdekunst wahrhaftig und zugleich frisch und interessant zu gestalten, mit einer zugrunde liegenden Ästhetik des amerikanischen Westens. Mein Ziel war es immer, Kunst zu schaffen, die sowohl der einfache Cowboy als auch der Kunstkenner zu schätzen weiß.

Gibt es einen bestimmten Ort, der Sie inspiriert?
Wenn ich mir andere Kunstwerke ansehe, bekomme ich meist Lust, an meinen eigenen zu arbeiten. Vor allem aber inspiriert mich die natürliche Schönheit der Natur, besonders die der Berge.

Ready to Ride

Welche Auswirkungen wird das Internet Ihrer Meinung nach auf die Kunst im Allgemeinen haben?
Im Allgemeinen hat das Internet meiner Meinung nach einen großen Einfluss auf die Kunstwelt gehabt. Gleichzeitig hat es die Kunst aber auch entwertet, weil jeder alles posten und es als „Kunst“ bezeichnen kann; es gibt eine Flut von Bildern, mit denen wir ständig bombardiert werden. Doch das Internet hat den Weg des Künstlers auch einfacher und effizienter gemacht: Es hat mehr Möglichkeiten eröffnet, Arbeiten zu zeigen und zu bewerben, das Publikum des Künstlers erweitert und das Teilen von Bildern schnell und einfach gemacht.

Hat es sich auf Ihre ausgewirkt?
Das Internet war für mich auf jeden Fall ein hilfreiches Werkzeug, und ich kann mir vorstellen, dass es als Mittel, um Kontakte zu knüpfen und Werbung zu machen, immer wichtiger werden wird.

Study of Awareness

Doch letzten Endes läuft alles auf mich und eine Leinwand hinaus, nicht auf mich und einen Computerbildschirm.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingswerk?
Ich habe tatsächlich ein persönliches Lieblingswerk: Ich liebe, wie eines meiner Pferdeporträts geworden ist, auch wenn es zu meinen frühen Arbeiten gehört. Es ist ein Kopfporträt eines wilden Mustangs, und im Gesicht dieses Pferdes liegt ein Gefühl von Freiheit und Trotz, mit dem ich mich auf eine etwas kitschige Art identifiziere.

Würden Sie es jemals verkaufen?
Ich werde oft gefragt, ob es mir schwerfällt, mich von meinen Arbeiten zu trennen. Bei manchen Stücken fällt es schwerer: bei denen, bei denen ich das Gefühl habe, dass wirklich alles zusammengepasst hat, bei denen, die das Wesen meiner Absicht einfangen, und bei denen, bei denen ich mein Allerbestes gegeben habe. Meine Philosophie ist jedoch, dass ich ein Werk verkaufen würde, wenn ich eine gute Reproduktion davon habe, denn ich kann ja immer ein neues machen.

Muzzle Nuzzle

Wofür brennen Sie sonst noch?
Abseits von Pferden und Kunst verbringe ich gern Zeit beim Angeln und suche neue Stellen, an denen ich meine Angel auswerfen kann. Ich gehe sehr gern zu Rodeos und mache alles, was draußen stattfindet. Meine tiefste Leidenschaft gilt jedoch meinem Herrn und Erlöser Jesus Christus, der die wahre Inspiration und Leidenschaft hinter allem anderen ist.

Arbeiten Sie an etwas Neuem?
Ich arbeite gerade an einer neuen Serie. In meinen Arbeiten lag der Fokus bisher so sehr allein auf dem Pferd, dass ich den Menschen nie mit einbezogen habe. Inzwischen interessiert mich aber der Gedanke, wie Menschen mit Pferden umgehen und umgekehrt, welche unterschiedlichen Beziehungen die beiden haben können und wie diese aussehen können.

Demnächst mehr

Vielen Dank an Lindsay, dass sie unsere Fragen beantwortet und ihre Arbeiten mit uns geteilt hat. Schauen Sie unbedingt regelmäßig auf ihrer Kunst-Website vorbei, um mehr über ihre neuesten Werke zu erfahren.

Und bleiben Sie dran – es folgen weitere Interviews mit Pferdekünstlern und Fotografen.

Sind Sie Pferdekünstler oder kennen Sie einen Pferdekünstler, den Sie hier gern vorgestellt sähen? Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Website in den Kommentaren unten oder schreiben Sie uns, um mitzumachen.

Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen