Interviews
Interview mit Pferdekünstlerin Ophelia Keys
Name
Ophelia Keys
Website & wo man meine Arbeiten online findet
Website: opheliakeys.blogspot.com
Anna Tambour Presents: Ophelia Keys
Wo ich lebe
Australien
Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Meine ersten Jahre verbrachte ich auf dem Land, mit Pferden ganz in der Nähe.
Danach zogen wir in die Stadt. Keine Pferde! Ich glaube, sie zu zeichnen war meine Art, sie in meinem Leben zu behalten.
Irgendwann fing ich an, einmal pro Woche zu reiten, und das reichte gerade so! Heute leben mein Mann und ich nah am Land, und ich reite ein- bis dreimal pro Woche. Aber die Gewohnheit, Pferde zu malen, ist mir geblieben. Wenn ich eine Zeit lang ohne sie auskommen muss, fange ich an, sie wie besessen zu zeichnen.

Wann haben Sie angefangen, Pferde zu zeichnen?
Das verliert sich im Nebel der Zeit! Meine frühesten Zeichnungen (nach undefinierbaren Klecksen) waren Pferde.
Was ist Ihre Lieblingsrasse?
Jede Rasse hat etwas Besonderes, und ich male am liebsten alle möglichen Pferde. Araber zeichne ich besonders gern, weil ihre Anatomie so dicht unter der Haut liegt.
Schwerere Pferde und Ponys finde ich anspruchsvoller, weil die Anatomie darunter unter all dem zotteligen Fell ein wenig verschwimmen kann. Zum Glück mag ich Herausforderungen.

Wer hat Sie am meisten beeinflusst?
Meine liebsten Pferdemaler sind Delacroix, Stubbs und Toulouse-Lautrec. Ich liebe die Pferdeskulpturen von Degas. Inspiriert werde ich auch von Fotografen wie Yann-Arthus Bertrand und Tim Flach.
Außerdem inspirieren mich viele der (oft weiblichen) Künstler im Internet, die ihre Liebe zu Pferden und zur Kunst miteinander verbunden haben.
Haben (oder hatten) Sie ein Tier, das die Muse hinter Ihrer Arbeit ist?
Die Muse hinter meiner Arbeit ist das Pferd, das ich nie hatte, zusammen mit den gesammelten Eindrücken aller Pferde, die ich je gesehen oder gekannt habe.

Haben Sie geheime Rituale, die Ihnen helfen, für Ihre Kunst in den richtigen Flow zu kommen?
Mit dem Zeichnen oder Malen anzufangen ist der beste Weg, in den Flow zu kommen – die erste Farbe oder den ersten Pinselstrich zu setzen.
Es ist wichtig, kritische Stimmen auszublenden und der Muse einfach nicht im Weg zu stehen (oder der eigenen Inspiration, ganz wie man es sehen möchte).
Man merkt, dass man im Flow ist, wenn das Bild anfängt, sich selbst zu malen – so wie wenn man Papier über eine Münze legt und mit Kohle darüberreibt: Das Bild erscheint wie von selbst!

Gibt es einen bestimmten Ort, der Sie inspiriert?
Ich liebe es, einfach still draußen auf der Weide zwischen den Pferden zu sein. Bei der Arbeit nutze ich Referenzfotos, aber nichts geht darüber, ohne Eile Zeit mit seinem Motiv zu verbringen.
Welche Wirkung wird das Internet Ihrer Meinung nach auf die Kunst im Allgemeinen haben?
Ich finde, es hat eine wunderbare Wirkung gehabt. So viele Menschen haben hier eine Stimme und einen Raum. Ich habe das Gefühl, dass es Künstler ans Licht gebracht hat, die sonst vielleicht nie bekannt geworden wären.

Hat es auch Ihre Kunst beeinflusst?
Durch meinen Blog über meine Arbeit habe ich die Freude, Kunst mit einem größeren Publikum zu teilen.
Anfangs dachte ich, ich schicke sie einfach ins Leere, weil niemand kommentierte. Dann traf ich Freunde und alte Bekannte, die mir erzählten, wie sehr ihnen der Blog gefällt. Das war wirklich inspirierend.
Regelmäßiges Bloggen hilft mir auch, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Ich merke, wenn ich eine Weile nichts geschaffen habe, das ich teilen kann. Dann weiß ich, dass es Zeit ist, dem Malen Vorrang zu geben.
Welches ist Ihr persönliches Lieblingswerk?
Eine Pastellzeichnung nach Anky van Grunsvens Dressurpferd Bonfire. Ich hatte fast das übernatürliche Gefühl, dass sich das Bild selbst zeichnete. Es floss ganz intuitiv aus mir heraus. Ein weiteres Lieblingsstück ist ein unvollendetes Pastell eines Schimmels nach Andreas Helgstrands Blue Hors Matine. Jetzt habe ich das Gefühl, ich sollte es fertigstellen. Aber ich liebe es in seinem unvollendeten Zustand. Es ist noch im Werden. (Es ist nur Zufall, dass beide Dressurpferde sind – ich male alle Rassen.)

Würden Sie es jemals verkaufen?
Ich würde sie verkaufen, wenn ich wüsste, dass sie in gute Hände kommen! Ich finde es wichtig, Kunst zu teilen.
Wofür begeistern Sie sich sonst noch?
Ich bin auch freiberufliche Lektorin und schreibe leidenschaftlich gern Belletristik. Ich habe einen neuen Blog übers Schreiben und Lektorieren unter opheliasfiction.wordpress.com/.
Arbeiten Sie an etwas Neuem?
Ich zeichne oft und arbeite an neuen Bildern. Ich plane einige Artist Trading Cards mit Pferden (ATCs sind kleine Kunstwerke zum Tauschen).
Ich interessiere mich für Fotografie und hatte vor Kurzem eine magische Zeit, als ich die Pferde einer Freundin im Mondlicht fotografiert habe. Ein Kunstblog bedeutet für mich auch die Verantwortung, meine Bilder weiterhin zu teilen.
Es ist so ein Privileg, ein Gemälde nur wenige Augenblicke nach seiner Fertigstellung mit Menschen auf der ganzen Welt teilen zu können.

Mehr folgt
Vielen Dank an Ophelia für das Interview und dafür, dass sie ihre Kunst mit uns teilt. Abonnieren Sie unbedingt ihren Kunstblog, um über ihre neuesten Werke auf dem Laufenden zu bleiben.
Und freuen Sie sich auf weitere Interviews mit Pferdekünstlern und Fotografen.
Sind Sie Pferdekünstler oder kennen Sie einen Pferdekünstler, den Sie gern hier vorgestellt sehen würden? Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Website unten in den Kommentaren oder schreiben Sie uns, um mitzumachen.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen