Bretonischer Bidet

RassenFrankreich

Bretonischer Bidet

Gefährdungsstatus
Ausgestorben

Der Bretonische Bidet war ein kleines Reitpferd aus Frankreich, das vor allem in der Bretagne, im Morvan, in der Auvergne, im Poitou und in Burgund gezüchtet wurde. Er war eine stämmige kleine Rasse, die alles konnte, aber hauptsächlich als Reitpferd eingesetzt wurde.

Herkunft

Die Rasse des Bidet ist längst ausgestorben; in Frankreich war sie bereits in vorrömischer Zeit verbreitet. Ihre Blutlinien spielten eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Normannischen Pferdes. Erstmals im 15. Jahrhundert beschrieben, wurden diese Pferde für ihre Anpassungsfähigkeit geschätzt und erwiesen sich für nahezu jede Aufgabe als gut geeignet.

Was für ein Name!

Das Wort „bidet“ tauchte 1564 auf und bezeichnete ein kleines Pferd; vermutlich geht es auf das altfranzösische Wort für Traben, „bider“, zurück. Später stand „bidet“ für ein kleines, auf dem Land gezogenes Reitpferd und wurde auch zu einem abfälligen Schimpfwort. Noch bis ins 20. Jahrhundert bezeichnete man damit landwirtschaftliche Arbeitspferde, heute ist das Wort in diesem Sinn jedoch kaum noch gebräuchlich. Interessanterweise gibt es das gleichnamige Sanitärbecken, das Bidet, seit 1739 (das Pferd ist also älter); seinen Namen verdankt es wahrscheinlich der breitbeinigen Sitzhaltung, die man bei seiner Benutzung einnimmt.

Historische Bedeutung

Dieser derbe Pferdetyp ist eng mit der Geschichte der schlecht bezahlten französischen Bauern verbunden. Bei der Zucht achtete man nicht auf Abstammung oder Exterieur, sondern auf Kraft und Widerstandsfähigkeit (sofern es überhaupt Zuchtprogramme gab). Gezüchtet wurden diese Pferde entgegen den Empfehlungen der staatlichen Gestüte (Frankreich ist für seine Pferde besonders bekannt). Oft ließ man sie halbwild laufen, sodass die natürliche Auslese sie zäh hielt. Es bildeten sich zwei deutlich unterscheidbare Typen heraus: ein kleines, stämmiges Pferd für den Einsatz unter dem Sattel (die Franzosen lieben ein gutes Reitpferd) und ein größerer, schwererer Typ, der sich besser für die Landwirtschaft eignete.

Im 19. Jahrhundert begann ihr Bestand zu schrumpfen; in einem Land mit hervorragend gezüchteten Kaltblutrassen war für dieses derb gezogene Pferd kein Platz mehr. Mit dem Bau von Eisenbahnen und besseren Straßen konnten die Menschen für ihre Bedürfnisse kleinere Pferde einsetzen. Man geht davon aus, dass die Rasse im 20. Jahrhundert ausgestorben war.

Merkmale

Durchschnittliches Stockmaß Hand
Er hatte eine Widerristhöhe von etwa 110–135 Zentimetern

Exterieur

Je nach Tier unterschiedlich, da es keine kontrollierte Zucht gab
Oft eher derb im Exterieur

Typische Fellfarben

Alle Farben

Charakter

Robust und gut zu handhaben

Verwendung

Landwirtschaft
Transport
Tragtier
Reiten

Weitere Bilder

Bidet-Pferd
Bidet-Pferd

Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen