Interviews

Interview mit der Pferdemalerin Anne West

· The Equinest

Name
Anne West

Website & wo Sie meine Arbeiten online finden
Website: www.westhorseart.com
Facebook: Anne West Horse Art
Folgen Sie Anne auf Twitter: @AnneWest

Wo ich lebe
Ich lebe im wunderschönen Santa Barbara, Kalifornien. Hier dreht sich vieles um Pferde – das Santa Ynez Valley mit seinen vielen Reitanlagen und Zuchtbetrieben liegt gleich hinter dem Hügel.

Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Ich bin in Santa Barbara, Kalifornien, geboren und aufgewachsen, bin aber erst vor Kurzem nach 28 Jahren Abwesenheit zurückgekehrt. Ich war mehrere Jahre beim Militär und bin Hubschrauber geflogen, danach war ich rund 10 Jahre im Silicon Valley im Technologiemanagement tätig.

Meine Laufbahn als Künstlerin ist noch relativ jung. Als Kinder war meine jüngere Schwester die Künstlerin und ich die Musikerin. Ich konnte nie zeichnen – dachte ich jedenfalls.

Welcome to the World

Vor ein paar Jahren habe ich beschlossen: jetzt oder nie – und habe einen Malkurs belegt. Viel von einem Kurs hatte das nicht – es war eher eine Art Werkstatt mit einer Lehrerin, die herumging und hier und da ein paar Hinweise gab. Schon bei meinem allerersten Bild merkte ich, dass mir das Malen leichtfiel, und dieser kleine „Kurs“ ist bis heute der einzige Unterricht, den ich je hatte.

Ich habe das Glück, mehrere ausgezeichnete Künstler im Freundes- und Familienkreis zu haben, und wir tauschen Hinweise, Tipps und Kritik aus. Das Lustige ist: Heute ist meine Schwester die Musikerin (sie spielt Cello) und ich bin die Künstlerin. Das Leben ist manchmal seltsam.

Wann haben Sie mit dem Malen angefangen?
Ich habe 2005 mit dem Malen begonnen.

Cochise

Welches Medium bevorzugen Sie und warum?
Angefangen habe ich mit Öl, und meine ersten beiden verkauften Bilder waren Seestücke in Öl. Bald bin ich aus mehreren Gründen zu Acryl gewechselt: Die Lösungsmittel in der Ölmalerei sind sehr gesundheitsschädlich, und ich versuche, so gesund wie möglich zu leben – außerdem bin ich sehr ungeduldig, und das Warten, bis die Ölfarben trocken waren, hat mich verrückt gemacht.

Ich bin in Acrylfarben verliebt und werde nie wieder zurückwechseln!

Was kam zuerst – Ihre Liebe zu Pferden oder Ihre Liebe zur Kunst?
Zuerst kam die Liebe zur Kunst.

Ich hatte nie die Gelegenheit, eine enge Beziehung zu einem Pferd aufzubauen, aber ich finde, es sind erstaunliche, kraftvolle, sanfte und ehrfurchtgebietende Geschöpfe. Ich hoffe, bald ein eigenes Pferd zu haben. Pferde sind großartige Motive: geschwungen und kantig, weich und robust, sanft und einschüchternd.

Ich liebe die Vielfalt an Farben, Formen und Größen. Und ich mag die Pferdeleute sehr. Sie sind verrückt nach ihren Tieren und mit viel Leidenschaft dabei. Von so einer Gemeinschaft lässt man sich gern inspirieren und unterstützen.

Exuberance

Was ist Ihre Lieblingsrasse?
Im Moment schwärme ich für Gypsy Vanner und Araber. Ich hätte gern von jeder Rasse eines!

Wer hat Sie am meisten beeinflusst?
Alle, die locker und malerisch malen. Und ich liebe Menschen, die keine Angst vor Farbe haben. Vor allem meine Freunde vor Ort beeinflussen meine Kunst: Kellie Straw (eine großartige Hundeporträtmalerin und meine Ateliernachbarin), Dorothy McKenzie, eine Schottin aus der Gegend, die Landschaften in Acryl malt und mich sehr unterstützt und mir viel geholfen hat, und Steve Richardson, ein weiterer Landschaftsmaler aus Santa Barbara. Ich habe nie Kunst studiert, deshalb fehlt mir wohl ein wenig die künstlerische Ausbildung, und ich suche Inspiration und Rat bei den Menschen in meiner Nähe.

Lightning

Haben Sie geheime Rituale, die Ihnen helfen, sich auf Ihre Kunst einzustimmen?
Na ja, wenn ich sie Ihnen verrate, wären sie ja nicht mehr geheim, oder? Haha, gute Frage. Das Wichtigste ist für mich, die linke Gehirnhälfte abzuschalten und die rechte einzuschalten. Tagsüber arbeite ich oft an meinen eigenen Internetunternehmen, und die erfordern viel Denken mit der linken Gehirnhälfte: Analyse, Logik, technisches Know-how und so weiter.

Wenn ich nach Hause komme, ist das NICHT die Gehirnhälfte, die ich bei meiner Kunst dabeihaben möchte. Ein Trick, der bei mir funktioniert: Ich betrachte mein Referenzfoto sehr lange, suche die Muster von Hell und Dunkel und dann die Muster innerhalb dieser Muster. Solange ich in den größeren Mustern noch keine feineren erkenne, bin ich noch nicht in der rechten Gehirnhälfte angekommen. Sobald es klick macht, schaue ich mir mein Bild an und prüfe, wie gut ich diese feineren Muster innerhalb der Muster über die Tonwerte wiedergebe.

Golden Evening at Hendry’s Beach

Gibt es einen bestimmten Ort, der Sie inspiriert?
Ich bin Krebs und male am liebsten in meinem schönen, gemütlichen Zuhause.

Aber wenn mir nicht nach Malen zumute ist, ist der Strand der Ort, der meine Seele beruhigt und mich mit der überreichen Schönheit der Natur inspiriert – das spricht all meine Sinne an. Manchmal reiße ich mir einfach die Kleider vom Leib und springe ins Wasser, selbst wenn es eiskalt ist und ich an einem öffentlichen Strand bin.

Nennen Sie mich verrückt, aber ich liebe das Meer.

Welche Auswirkungen wird das Internet Ihrer Meinung nach auf die Kunst insgesamt haben?
Im Moment ist es für Künstler noch ein Glücksspiel herauszufinden, was online funktioniert. Ich glaube, es wird ähnlich laufen wie beim E-Commerce: Das Internet wird traditionelleren Verkaufsorten wie Galerien einen Teil der Verkäufe abnehmen und hoffentlich mehr Geld direkt in die Taschen der Künstler bringen.

Aber wie bei allem anderen müssen Sie herausfinden, welche Marketingstrategie für Sie und Ihre Kunst funktioniert. Jeder Künstler braucht eine Website, denn jedes Unternehmen mit einem Produkt braucht eine Website. Man wird Sie genauso oft nach Ihrer Website fragen wie nach Ihrer E-Mail-Adresse. Wenn Sie sonst nichts tun: Legen Sie sich eine Website zu und stellen Sie gute Fotos Ihrer Kunst online. Dann besteht der Trick darin, dafür zu sorgen, dass die Leute sie auch finden.

Hendry’s Overlook

Hat es sich auch auf Ihre Kunst ausgewirkt?
Es hat eine Weile gedauert, bis ich die geheime Formel herausgefunden hatte, aber jetzt glaube ich, etwas gefunden zu haben, das funktioniert – und es bringt meine künstlerische Laufbahn so richtig in Schwung.

Je mehr Künstler ihre Werke Menschen vor Augen bringen können, desto mehr Kunst verkaufen sie. Man kann über Kunst nicht reden, man muss sie zeigen. Dafür ist das Internet großartig.

Heute habe ich Käufer auf der ganzen Welt, während ich früher auf die Leute beschränkt war, die zufällig bei irgendeiner Ausstellung in Santa Barbara auf meine Arbeiten stießen. Das Internet ist für Künstler definitiv die „Killer-App“, aber wie gesagt: Jeder Künstler muss erst einmal herausfinden, welche Kombination für ihn funktioniert.

Diablo

Welches Werk ist Ihr persönlicher Favorit?
Im Moment bin ich in „Diablo“ verliebt. Er war das erste Pferd, das ich gemalt habe, und ich hatte keinerlei Erwartungen, war sehr locker und hatte viel Spaß mit den Farben. Dieses Bild behalte ich. Ich habe noch ein weiteres Werk, ein Seestück namens „Sailor’s Delight“, das ich ebenfalls sehr liebe. Es hängt in meinem Wohnzimmer. Auch das behalte ich, bis die Zeit reif ist …

Würden Sie sie jemals verkaufen?
Ja, irgendwann werde ich beide verkaufen. Man hat mir gesagt, dass Künstler einige ihrer frühen Werke als eine Art „Sparkonto“ behalten sollten, denn wenn man einmal zum Sammlerobjekt wird, sind es die frühen Werke, die Sammler begehren.

Sailer’s Delight

Wenn mir also ein richtig großer Wurf gelingt, behalte ich ihn. Es fällt schwer, sich von wirklich herausragenden Bildern zu trennen, wenn man weiß, dass ihr Wert womöglich nur noch steigt.

Wofür begeistern Sie sich sonst noch?
Ich schreibe und mache Musik. Ich spiele E-Bass. Außerdem liebe ich Hunde und alles, was mit Wasser zu tun hat: Bäche, Flüsse, das Meer. Ich bin gern draußen, liebe die Sonne und ein gesundes Leben. Ich interessiere mich sehr für Ernährung und ganzheitliche Heilmethoden und ernähre mich roh-vegan. Mit 50 fühle ich mich besser und sehe besser aus als seit Jahrzehnten! Das Leben ist schön.

Arbeiten Sie gerade an etwas Neuem?
Zurzeit arbeite ich an einer Nahaufnahme eines Pferdekopfs im Profil im Format 48″ x 48″. Außerdem stehen ein paar Auftragsarbeiten an. Und ich habe ein fantastisches Foto eines schwarzen Araberhengstes aus Katar, an dem ich arbeiten werde, sobald das große Bild fertig ist. Ich glaube, das wird eines dieser Bilder, von denen ich mich vielleicht nicht trennen möchte … Ich habe vor, es GROSS zu malen!

Demnächst mehr

Vielen Dank an Anne, dass sie unsere Fragen beantwortet und ihre Kunst mit uns geteilt hat. Schauen Sie unbedingt regelmäßig auf ihrer Kunst-Website vorbei, um ihre neuesten Werke zu sehen.

Und bleiben Sie dran – es folgen weitere Interviews mit Pferdemalern und Fotografen.

Sind Sie Pferdekünstler oder kennen Sie einen Pferdekünstler, den Sie hier gern vorgestellt sähen? Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Website in den Kommentaren unten oder schreiben Sie uns, um mitzumachen.

Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen