Interviews
Interview mit der Pferdekünstlerin Judy Wood
Name
Judy Wood
Website & wo Sie meine Arbeiten online finden
Website: www.judywoodartphotography.com
Blog: judywoodartphotography.blogspot.com
Wo ich lebe
Saskatoon, Saskatchewan, Kanada
Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Ich habe schon immer in Saskatoon gelebt, von meiner Herkunft her ein Kleinstadtmensch, aber mit viel „Land“ und Natur in meinem Leben.
Ich glaube, die Liebe zur Kunst und zu Pferden wurde mir in die Wiege gelegt, aber es hat eine Weile gedauert, bis beides in meinem Leben und meiner Arbeit zusammenkam.
Ich habe schon immer Kunst in der einen oder anderen Form gemacht, war aber Mitte dreißig (heute bin ich 61), bevor ich reiten lernte und ein richtiger „Pferdemensch“ wurde. Ich habe an der Universität mit Hauptfach bildende Kunst abgeschlossen (damals, als die Erde noch am Abkühlen war) und in verschiedenen künstlerischen Techniken gearbeitet, bevor ich zu meiner heutigen Arbeit gefunden habe, die auf Fotografie und digital bearbeiteten Fotobildern beruht.
Was Fotografie und Bildbearbeitung angeht, bin ich völlige Autodidaktin, im Guten wie im Schlechten. Ich glaube, ich habe die letzten Jahrzehnte damit verbracht, auf das digitale Zeitalter zu warten, um mit meiner Kunst daran teilhaben zu können. Seltsamerweise habe ich, bevor ich mit meinen Bildern „Hightech“ wurde, viele Jahre lang Glasmosaike gemacht – eine Technik, die es seit etwa 5000 Jahren gibt.

Wann haben Sie Ihr erstes Foto gemacht?
Zu lange her, um mich daran zu erinnern! Ich weiß aber noch, dass ich Anfang zwanzig meine erste Spiegelreflexkamera geschenkt bekam (damals noch mit Film).
Welche Kamera benutzen Sie?
Ich habe immer mit Nikon fotografiert, von dieser ersten gebrauchten analogen Nikon-Spiegelreflexkamera bis zu meiner heutigen digitalen Nikon D200 (und ich schiele schon nach der D700!).

Wenn Sie sich eine beliebige Kamera aussuchen könnten (unabhängig vom Preis), welche wäre das?
Ich bin keine „Technik“-Fotografin, sondern eher eine Künstlerin, die Kamera und Photoshop als künstlerisches Medium nutzt, daher bin ich mit meiner Ausrüstung recht zufrieden – auch wenn es immer verlockende Neuerungen gibt, sowohl bei Kameragehäusen und Objektiven als auch bei Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen.
Gibt es eine bestimmte Technik, mit der Sie den einzigartigen Look Ihrer Fotos erreichen?
Die „künstlerischen“ Aufnahmen werden meist am Computer überarbeitet, oft sehr stark (wie bei den Fotomontagen), wobei ich einzelne Elemente aus vielen Fotos herauslöse, um ein völlig neues Bild zu schaffen, und für die Bearbeitung Photoshop verwende.
Jedes neue Bild verlangt nach einem eigenen Ansatz – was ich mache und wie ich es mache –, deshalb habe ich keine feste Technik, sondern entwickle das Bild mit der Zeit weiter, meist durch viel Ausprobieren.
Oft beginne ich nur mit einer vagen Richtung im Kopf, nie mit einer fertigen Vorstellung vom Endergebnis, und die Bilder können sich gegenüber ihrem Ausgangspunkt dramatisch verändern, bevor sie mir sagen, dass sie fertig sind.

Wer sind Ihre wichtigsten Einflüsse?
Mir ist nicht bewusst, dass ich bestimmte Einflüsse auf meine Arbeit hätte, obwohl ich mich in der Kunstgeschichte gut auskenne (seltsamerweise nicht in der Geschichte der Fotografie), und zweifellos gibt es Kräfte, die meinen Blick geprägt haben und die Art, wie ich ihn umsetze. Ich versuche, mich *nicht* von zeitgenössischen Kunstfotografen beeinflussen zu lassen, die ähnliche Techniken wie ich verwenden, weil ich keine nachgeahmten Werke schaffen möchte, nicht einmal unbewusst.
Wie kamen Sie dazu, Pferde zu fotografieren?
Wahrscheinlich habe ich (das ist schon ein paar Jährchen her!!) mit meinem eigenen ersten Pferd angefangen, als ich in meinen Dreißigern war. Als andere dann merkten, dass ich mit einer Kamera ganz ordentlich umgehen konnte, begann ich, auch für Freunde und Kunden zu fotografieren. Das waren ziemlich gewöhnliche Fotos von der Stange.
Erst in den letzten drei Jahren oder so habe ich mir einige Photoshop-Kenntnisse angeeignet, sodass ich meine Fotos für ernsthaftere künstlerische Arbeiten nutzen konnte. Ich mache nach wie vor klassische Auftragsfotos und fange gern das Bild und die Action dessen ein, was sich gerade mit Pferden vor mir abspielt.

Ihre Lieblingspferderasse?
Zum Besitzen und Reiten bin ich zu den Warmblütern übergelaufen, aber ich fotografiere so ziemlich jede Rasse und jeden Pferdetyp gern. Natürlich sind die eindrucksvollen Rassen wie Friesen, Andalusier und Gypsy Cobs immer ein Vergnügen zu fotografieren, auch wenn ich in meiner Gegend nicht so viele Vertreter dieser Rassen sehe, wie ich gern würde.
Haben (oder hatten) Sie ein Tier, das die Muse hinter Ihrer Arbeit ist?
Meine persönliche Muse in Kunst und Leben ist mein Canadian Warmblood Alpac. Er ist nicht nur ein wunderbares Reitpferd, sondern auch groß, schwarz und schön, und deshalb taucht er in meinen Arbeiten ziemlich oft auf.

Wo waren Sie am meisten inspiriert, hatten aber keine Kamera dabei?
Das passiert regelmäßig, wenn ich mit dem Auto unterwegs oder irgendwo draußen bin und etwas sehe, das wunderbar zu fotografieren wäre, aber meine Kamera nicht zur Hand habe.
Ich sehe mich als eine Art „wandelndes Auge“ und finde daher so ziemlich überall visuelle Inspiration. Leider werden viele dieser möglichen Bilder zu denen, „die mir entwischt sind“, denn ich kann meine Kamera einfach nicht ständig dabeihaben, auch wenn ich mir wirklich Mühe gebe.
Welche Auswirkungen wird das Internet Ihrer Meinung nach auf Kunst und Fotografie im Allgemeinen haben?
Das Internet hat bereits enorme Auswirkungen gehabt, denn das Publikum, das wir erreichen können, ist nicht mehr nur „regional“. Praktisch die ganze Welt kann jetzt die Bilder sehen, die wir schaffen und online zeigen.

Hat es Auswirkungen auf Ihre gehabt?
Das Internet ist eine wichtige Kraft in meinem künstlerischen Leben – weniger für den Verkauf, der meist noch „von Angesicht zu Angesicht“ auf Ausstellungen oder in meinem Atelier stattfindet, sondern weil ich meine Arbeiten einem großen Publikum zeigen und Rückmeldungen bekommen kann.
Über meine Mitgliedschaft in der Equine Art Guild habe ich Kontakt zu anderen Pferdekünstlern aus aller Welt geknüpft, und über das Internet halte ich mich darüber auf dem Laufenden, was es an Kunstausstellungen und Wettbewerben gibt – ganz zu schweigen davon, dass ich nach Techniken und Anleitungen google, die mir beim Lernen in der Fotografie und mit Photoshop helfen.
Außerdem habe ich einen Blog, in dem ich einige meiner „anderen“ Fotos zeige und von meinem Alltag hier in der kanadischen Prärie erzähle, und ich staune immer wieder über die weltweite Leserschaft (auf allen Kontinenten außer der Antarktis), die meine Blogstatistiken zeigen.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingsbild?
Meist entweder das, das ich gerade fertiggestellt habe, oder das, an dem ich gerade arbeite. „Dunkle Engel“ ist allerdings eines der ersten Bilder der aktuellen Serie, an der ich arbeite, und zeigt mein eigenes Pferd, deshalb hat es im Moment die Nase vorn.
Wofür brennen Sie sonst noch?
Ich liebe alle Tiere, die Natur, Bücher, das Lernen, das Gärtnern und natürlich das Reiten – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge!!

Demnächst mehr
Vielen Dank an Judy, dass sie unsere Fragen beantwortet und ihre Kunst mit uns geteilt hat. Abonnieren Sie unbedingt ihren Kunst-Blog, um über ihre neuesten Werke auf dem Laufenden zu bleiben.
Und bleiben Sie dran – es folgen weitere Interviews mit Pferdemalern und Fotografen.
Sind Sie Pferdekünstler oder kennen Sie einen Pferdekünstler, den Sie hier gern vorgestellt sähen? Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Website in den Kommentaren unten oder schreiben Sie uns, um mitzumachen.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen