
Lipizzaner
Der Lipizzaner, auch Lipizzan genannt, ist wohl vor allem für die prachtvollen Hengste der Spanischen Hofreitschule in Wien bekannt, der ältesten Reitschule der Welt. Benannt ist die Rasse nach dem Dorf Lipizza nahe der Nordwestgrenze Italiens (zumindest vor dem Zweiten Weltkrieg). Als Ursprungsland der Rasse gilt jedoch Österreich, denn Lipizza gehörte zu Österreich, als die Rasse entstand.
Herkunft
Die Rasse geht auf das alte iberische Pferd zurück, das schon in der Glanzzeit der Römer berühmt war, die die schneeweißen Rösser sehr begehrten. In manchen Gegenden wurden Tiere asiatischer Abstammung eingekreuzt, doch nach der Vertreibung der Mauren aus Spanien entstanden verschiedene Zuchtprogramme. Länder in ganz Europa bemühten sich, ihre eigenen iberischen Linien zu erhalten, und die Blutlinien bewährten sich in den meisten Fällen.
Nach Österreich kamen die spanischen Pferde 1562, als in Kladruber ein Hofgestüt gegründet wurde; 1580 folgte ein weiteres in Lipizza. Die Blutlinien wurden untereinander ausgetauscht, allerdings züchtete man die Kladruber eher als Kutschpferde, während die Lipizzaner reineres iberisches Blut führten. Die Zuchtbuchaufzeichnungen reichen bis 1701 zurück, sind aber bestenfalls lückenhaft. Ein einheitlicher Rassetyp lässt sich daher nur schwer ausmachen. Das ursprüngliche Pferd war jedoch ganz spanisch geprägt.
Im Zweiten Weltkrieg geriet die Rasse samt der Reitschule) in Gefahr und wurde von der US-Armee unter Schutz gestellt. Nicht nur die Reitschule wurde an das neue Österreich zurückgegeben, auch das Gestüt kehrte aus der Tschechoslowakei (heute Tschechien) zurück.
Die Reitschule steht bis heute in Wien, wo sie sich seit weit über 2 Jahrhunderten befindet, und dort werden ausschließlich Lipizzanerhengste ausgebildet. Die Pferde erlernen schwierige Lektionen mit Geduld und Respekt. Man sagt sogar, dass die älteren Hengste die neuen Bereiter unterrichten.
Heute besitzt der österreichische Staat das Zuchtmonopol für den Lipizzaner, und das einzige Gestüt liegt in der Steiermark. Zum Glück dürfen Lipizzaner auch außerhalb Österreichs gezüchtet werden und haben weltweit Liebhaber – auch wenn sie nach wie vor eine seltene Rasse sind.
Laut DAD-IS lag ihr Bestand 2023 zwischen 112-1180 Tieren; damit gelten sie als gefährdete Rasse. Erfreulicherweise scheinen die Zahlen zu steigen: Der Equus Survival Trust stuft sie als „in Erholung“ ein und schätzt den weltweiten Bestand auf über 12.000 Tiere.
Merkmale
Durchschnittliches Stockmaß 15 – 16.1 Hand
Spätreif
Exterieur
Der Kopf ist lang mit leicht konvexem Profil
Die Augen sind groß und ausdrucksvoll
Der Hals ist muskulös und gewölbt
Der Rücken ist lang und kann eingesenkt sein
Die Brust ist tief und breit
Die Schulter ist schräg und kraftvoll
Die Beine sind kräftig und muskulös, mit breiten, trockenen Gelenken
Typische Fellfarben
Überwiegend Schimmel
Charakter
Lebhaftes Wesen
Umgänglich und gutmütig
Verwendung
Reitpferd
Schaupferd
Nützliche Links
Bundesgestüt Piber
Lipizzaner National Studbook Association of Great Britain
United States Lipizzan Registry
Lipizzaner Association of Australia
Australian Lipizzaner Registry
Bezugsquellen
Lipizzanergestüte
Weitere Bilder






Video
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen