Interviews
Interview mit einer Pferdekünstlerin – Sheona Hamilton-Grant
Name
Sheona Hamilton-Grant
Website & Orte, an denen Sie meine Arbeiten online finden
Website: www.sheonahamiltongrant.com
Atelier-Blog: sheonas.blogspot.com
Etsy: Sheona Hamilton-Grant
Starving Artists: Sheona Hamilton-Grant
World Artist Directory: Sheona Hamilton-Grant
Window on Web: Sheona Hamilton-Grant
Folgen Sie Sheona auf Twitter: @SheonaHG
Wo ich lebe?
Vorübergehend in Belgien
Erzählen Sie uns ein wenig über sich: Was ist Ihr Hintergrund und woher kommen Sie?
Ich bin Schottin, Jahrgang 1969. Verheiratet mit einem großartigen Mann, mit zwei wunderbaren kleinen Racker-Kindern.
Aufgewachsen in Europa (Holland, Frankreich & Belgien). Betriebswirtschaft studiert in Brüssel, Madrid und London. Gelebt in Belgien, Deutschland, Frankreich, Holland, Schweden und den USA (New Mexico) und dadurch fließend in drei Sprachen.
Ich habe Berufserfahrung als Marketingassistentin, in der Immobilienbranche, als Pferdepflegerin in einem Privatstall und als Berufsreiterin.

Wann haben Sie angefangen, Pferde zu zeichnen?
Im Jahr 1995. Ich war 25 und lebte den Traum jedes kleinen Mädchens: Ich verdiente meinen Lebensunterhalt damit, Spitzensportpferde zu pflegen und zu reiten.
Dieser Traum musste für die Ewigkeit festgehalten werden: Der Bleistift lockte mich, wir fanden zueinander und haben nie zurückgeblickt.
Ihre Zeichnungen sehen fast aus wie Schwarz-Weiß-Fotos. Zeichnen Sie nach Fotos?
Ich liebe Details, Realismus.
Wegen dieses Anspruchs verwende ich Referenzfotos. Die Details, die Menge an Details, sind der Schlüssel. Das erreiche ich durch gründliche Kenntnis des Motivs und durch Referenzfotos. Fotos lügen oft und lassen ihre Motive flach wirken, deshalb nutze ich sie als Landkarten und nehme sie nie wörtlich.
Mein Wissen über das, was ich zeichne (also mein Bauchgefühl), hat immer das letzte Wort.
Ich liebe die Fotografie und genieße die Vorarbeit für eine Zeichnung, die mit meinem Objektiv beginnt.

Haben Sie eine Lieblingsrasse?
Nein, aber ich habe eine Schwäche für eindrucksvolle, durchtrainierte Sportpferde. Die Muskulatur und die mentale Fitness, die sie erreichen, sind einfach atemberaubend.
Wer hat Sie am meisten beeinflusst?
Den wichtigsten Einfluss haben die weisen Worte meines Bruders (eines sehr talentierten Grafikers): „Vergiss nie die Schönheit jedes einzelnen Strichs.“ Er war für mich immer die ehrlichste und konstruktivste Instanz, wie es nur Brüder sein können.

Ich habe auch Inspiration in den Werken vieler Meister gefunden.
Magritte für sein Geschick, das Offensichtliche zu malen, seine schnörkellose Technik und sein „Weniger ist mehr“, mit dem er Verwirrung, Schock und einen bleibenden Eindruck erzeugt.
Degas, Rubens & Rembrandt für ihre großartigen Bleistift- und Pinselstriche.
Da Vinci, der weiseste und vollendetste Künstler, der je gelebt hat. Seine Kunst und seine Pferdedarstellungen sind inspirierend. Hopper für seinen Umgang mit Licht und seine starken Kompositionen.
Als ich aufwuchs, war ich umgeben von Bildern des Illustrators Rien Poortvliet und der Fotografen Helmut Newton, Robert Doisneau, Henri Cartier-Bresson & Bruce Davidson. Sie haben mir eine ehrliche und aufrichtige Art gezeigt, die Welt darzustellen.

Haben (oder hatten) Sie ein Tier, das die Muse hinter Ihrer Arbeit ist?
Rembrandt Borbet und ich wurden 1993 Freunde, als ich bei der deutschen Spitzendressurreiterin Nicole Uphoff zu arbeiten begann.
Er war die Muse für meinen ersten Auftrag und der Beginn meiner Karriere. Kein anderes Pferd habe ich so oft und mit so viel Gefühl gezeichnet wie Remmi.
In der Zeit, in der ich dort arbeitete, habe ich dieses Pferd so sehr lieben gelernt, dass ich es bis heute vermisse. In den vier Jahren, die wir zusammen verbrachten, war mir klar, dass die Vielseitigkeit dieses professionellen Dressurpferdes irgendwie für alle sichtbar dargestellt werden musste.
Ich habe seine Bewegungen gezeichnet: seinen starken Trab, seinen starken Galopp und seine Piaffe, die ihn zu dem machten, was er war. Ich habe auch das Tor zu seiner Seele (sein Auge) gezeichnet, und jetzt, mit „Together Alone“ (Gemeinsam allein), habe ich das Gefühl, endlich seine Seite „außer Dienst“ eingefangen zu haben, seine Verbundenheit mit der Pferdewelt, seine Arroganz.
Er ist jetzt tot… Dieses letzte Bild von ihm ist mein „Dankeschön“ für das, was er mir gegeben hat, meine Hommage an sein Andenken und eine Facette meiner Liebe zu ihm.
Er war ein Star, mein Star, und nichts kann die Momente ersetzen, in denen wir gemeinsam allein waren…

Haben Sie geheime Rituale, die Ihnen helfen, sich auf Ihre Kunst einzustimmen?
Musik: Sie bringt mich immer auf Touren und in Zeichenlaune.
Ein guter, starker Kaffee!
Meine eiserne Entschlossenheit und die Überzeugung, dass es keinen besseren Moment gibt als den gegenwärtigen.
Gibt es einen bestimmten Ort, der Sie inspiriert?
Schottland. Die Erinnerungen an meine Heimat haben einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.
Welchen Einfluss wird das Internet Ihrer Meinung nach auf die Kunst im Allgemeinen haben?
Einen gewaltigen.
Einen revolutionären.
Das Internet verbindet alle Akteure der Kunstwelt auf völlig neue Weise. Künstler, Kuratoren, Kunsthändler, Sammler: Alle können sich vernetzen, ganz gleich, wie viele Kilometer zwischen ihnen liegen.
Es hat räumliche Grenzen und Zeitzonen überwunden. Die Öffnungszeiten sind ganz einfach: rund um die Uhr. Verbindungen, die praktisch unmöglich waren, entstehen täglich.
Das wiederum revolutioniert die Art und Weise, wie man Kunst entdecken, studieren, verstehen, verkaufen, zugänglich machen und schätzen kann.

Hat es Einfluss auf Ihre Kunst gehabt?
Einen großen. Aus all den oben genannten Gründen. Ich habe mich mit einer fantastischen Gruppe von Künstlern vernetzt, neue Sammler und Förderer auf der anderen Seite der Welt erreicht und noch viele weitere „Tricks des Handwerks“ gelernt.
Das Internet ist für einen Künstler ein absolutes Muss. Es ist ein mächtiges Werkzeug. Wie alles Mächtige muss es mit Sorgfalt und Geschick gehandhabt werden… aber das ist ein ganz neues Thema.
Wofür begeistern Sie sich sonst noch?
Fürs Muttersein.
Arbeiten Sie an etwas Neuem?
Private Auftragsarbeiten (Pferde und Hunde).

Demnächst mehr
Vielen Dank an Sheona für das Interview und dafür, dass sie ihre Kunst mit uns geteilt hat. Abonnieren Sie ihren Atelier-Blog, um über ihre neuesten Werke auf dem Laufenden zu bleiben.
Bleiben Sie auch dran für weitere Interviews mit Pferdekünstlern und Fotografen.
Sind Sie selbst Pferdekünstler oder kennen Sie einen Pferdekünstler, den Sie gern hier vorgestellt sehen würden? Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Website unten in den Kommentaren oder schreiben Sie uns, um mitzumachen.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen